Gröbenzell Bürgermeister sieht sich von CSU diffamiert

Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer hat der CSU aus Verärgerung einen Korb gegeben.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Martin Schäfer nimmt Einladung nicht an und bleibt dem Neujahrsempfang der Partei fern

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Weil er sich vom CSU-Ortsverband gezielt mit falschen Aussagen diffamiert sieht, insbesondere hinsichtlich der Gaststätte "Hexe", ist Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) dem Neujahrsempfang der Christsozialen am Sonntag ferngeblieben. In einem vier Seiten langen offenen Brief hat der Rathauschef nun sein Verhalten begründet. Das Schreiben ist eine Antwort auf eine als Leserbrief überschriebene Stellungnahme der CSU, in der der Ortsverband sich klar gegen die Bemühungen zum Erhalt der historisch nicht unbedeutenden einstigen Bahnhofswirtschaft "Hexe" ausspricht. Ganz einer Meinung ist man bei den Christsozialen in dieser Frage jedoch nicht: Die Junge Union setzt sich für den Erhalt ein und auch aus der Fraktion kam schon ein Antrag, das sanierungsbedürftige Gebäude notfalls zu kaufen, sollte der anvisierte Grundstückstausch nicht gelingen.

"Nachdem aber vom CSU-Ortsverband gezielt mit Polemik gespickte Falschaussagen gestreut wurden und diese bis heute noch in den öffentlichen Medien zu lesen sind" und auch sein Appell im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung nicht geholfen habe, begründet Schäfer, habe er sich nun zum Fernbleiben des Neujahrsempfangs und Verfassens eines offenen Briefes entschlossen. In der Folge kritisiert er die immer wieder von Seiten der CSU geäußerte Behauptung, er fordere die Gröbenzeller Jugend nun auf, sich für den Erhalt der Hexe einzusetzen, nachdem er sie als Eigentümer an eine Wohnbaugesellschaft verkauft hätte. Dazu Schäfer: "Allerdings sollten Sie neben meiner Antwort auch die Frage erwähnen, die mir in der Jugendbürgerversammlung gestellt wurde. Dinge aus dem Zusammenhang zu reißen und damit Politik zu machen, ist leider Gang und Gäbe, aber ich finde ,wir sollten hier mit mehr Fairness kommunizieren und unserem Motto der Transparenz und Information treu bleiben. Die Frage war: Macht es Sinn, sich für die Hexe einzusetzen und zum Beispiel Unterschriften zu sammeln? Antwort: Ja, es macht immer Sinn sich für Vorhaben und seine Positionen einzusetzen. So hat sich zum Beispiel die CSU für die Sanierung der Aussegnungshalle an den Rewe gestellt und Unterschriften gesammelt. Ich selbst habe mich als Gemeinderat gegen die Stadterhebung ausgesprochen und auch dafür Unterschriften gesammelt. Sie sehen, jeder steht für seine Belange ein und wirbt für seine Position, deshalb macht es Sinn und ist auch in Ordnung so."

Darüber hinaus stellt Schäfer viele Details klar, etwa dass die alte Apotheke nie im Besitz der Firma "Gebrüder Schäfer Wohnheim- und Grundstücksverwaltungs GbR" gewesen sei, wie die CSU behauptet hatte. Oder dass bei der Erhöhung des Baurechts für das Gebiet nicht nur die Gemeinderäte Martin Runge (Grüne), Peter Falk und Axel von Walther (beide SPD) dafür votierten, welche die CSU in ihrem Schreiben "beispielhaft" genannt hatte, sondern auch die gesamte CSU-Fraktion außer dem entschuldigten Paul Biegholdt. Und dass der gesamte Vorgang auf einen CSU-Antrag basierte. "Sollten Sie Interesse haben unser Verhältnis zu verbessern, so bin ich zu einem Gespräch jederzeit bereit", schreibt Schäfer und wünschte für den Empfang am vergangenen Samstag "viel Erfolg".