bedeckt München

Grafrath:Bitte um Notbetreuung

Grafrather Eltern wenden sich an den Bürgermeister

Von Manfred Amann, Grafrath

Auch in der Gemeinde Grafrath sind viele Eltern erzürnt über die kurzfristig von Ministerpräsident Markus Söder verhängten und vom Schulamt umgesetzten Corona-Verhaltensregeln für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Am Freitagnachmittag zu erfahren, dass Kinder am Montag nicht mehr zum Unterricht dürfen und zuhause bleiben müssen, habe manche Familie vor große Herausforderungen gestellt, kritisierten Väter und Mütter in der aktuellen Viertelstunde vor der Gemeinderatssitzung. Die Anordnungen seien absolut unverhältnismäßig und würden auf den Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen. Vor allem vermisse man eine ausführliche Begründung für die Notwendigkeit der abrupten Maßnahmen.

Man werde wie in anderen Kommunen eine geharnischten Brief verfassen und mit rund 200 Unterschriften an die zuständigen Politiker richten, kündigte eine Mutter an. An Bürgermeister Markus Kennerknecht richteten die Eltern die Bitte, schnellst möglich eine Notbetreuung zu organisieren. Angeregt wurde auch, Klassen auszulagern, etwa in den Bürgerstadel. Erstklässler seien wenige Wochen nach der Einschulung noch nicht in der Lage, zuhause zu lernen, und Schüler der vierten Klasse, deren Übertritt auf weiterführende Schulen zur Entscheidung anstehe, bräuchten dringend normalen Unterricht. "Auch uns verfolgen die neuen Corona-Auflagen seit Freitagmittag", erklärte dazu Bürgermeister Markus Kennerknecht. Auch die Verwaltung sei über die Entscheidung vor dem Wochenende "nicht glücklich". "Was möglich ist, um möglichst schnell zu einer gewissen Normalität zurückkehren zu können, werden wir tun." Das letzte Wort hätten aber immer Schul- und Gesundheitsamt. In Zusammenarbeit mit der Dritten Bürgermeisterin Gabriele Oellinger bemühe sich die Verwaltung auch um eine Notbetreuung.

© SZ vom 21.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite