Fürstenfeldbruck Streit um Buchenauer Bahnhof

Gut zu Fuß muss man sein, will man die S-Bahn im Bahnhof von Buchenau erreichen.

(Foto: Günther Reger)

Aktionsbündnis kritisiert barrierefreien Umbau als Fehlplanung, die Bahn widerspricht

Von peter bierl, Fürstenfeldbruck

Der barrierefreie Umbau des Bahnhofs Buchenau stößt in der geplanten Form auf Kritik. Ein neues Aktionsbündnis Bahnhof Buchenau Barrierefrei bemängelt, dass S-Bahnen auf dem Mittelbahnsteig halten müssten, damit die Regionalzüge an den Außengleisen vorbeifahren können. Ein Sprecher der Bahn AG hat die Befürchtungen zurückgewiesen.

Vorgesehen ist ein neuer Außenbahnsteig auf der Südseite mit einer Höhe von 96 Zentimetern. Dort an Gleis 3 sollen die Züge Richtung München halten. Der vorhandene Außenbahnsteig auf der Nordseite an Gleis 1 für die Züge Richtung Geltendorf wird höher gelegt. Der Mittelbahnsteig bleibt mit 76 Zentimetern unverändert erhalten für Regionalzüge mit niedrigeren Einstiegen. Zum Gleis 3 hin wird der Bahnsteig durch ein Gitter abgetrennt.

Das Aktionsbündnis hält das für eine Fehlplanung. Am Samstag, 13. August, soll eine Petition an den Landtag bei einer Veranstaltung auf dem Viehmarktplatz öffentlich unterzeichnet werden. Die Initiative argumentiert, der Bahnhof sei eine der wenigen Stellen, wo Regional- und Fernzüge der Verbindung München-Lindau überholen können. Außerdem würden in Buchenau Zugtrennungen durchgeführt. In beiden gar nicht so seltenen Fällen müssten S-Bahnen wieder auf dem Mittelbahnsteig halten, der eben nicht barrierefrei zugänglich ist. Momentan gibt es keinen Aufzug und auch keine eigene Rampe.

"Es würde sehr viel Geld für eine höchst unbefriedigende Lösung investiert", erklärten Martina Lampl, die Vorsitzende des Behindertenbeirates, und Martin Haisch vom Aktionsbündnis. Dabei seien im Umfeld des Bahnhofs Buchenau weitere Wohnungen für Senioren geschaffen worden, so dass der Personenkreis, der barrierefreie Zugänge braucht, gewachsen sei. Dass der Brucker Stadtrat noch in der vergangenen Legislaturperiode diesem Umbau zugestimmt habe, sei enttäuschend.

Ein Sprecher der Bahn AG erklärte, dass Fern- und Regionalzüge bei Überholungen künftig das mittlere Gleis 2 nutzen werden. In einigen Fällen würden S-Bahnen allerdings am Mittelbahnsteig halten, bestätigte er. Etwa bei Betriebsstörungen oder Bauarbeiten, wenn die Gleise 1 oder 3 nicht angefahren werden können, oder wenn S-Bahnen in Buchenau enden und beginnen oder Zugteile an- oder abgehängt werden. Im aktuellen Fahrplan würden S-Bahnen werktags zehnmal in Buchenau wenden, am Wochenende öfter. Allerdings bedeute der Mittelbahnsteig kein "unüberwindbares Hindernis". Die S-Bahn verfüge über eine mobile Rampe, die vom Lokführer bereitgestellt wird. Obendrein wird der Mittelbahnsteig wie die Außenbahnsteige durch Aufzüge von einer neuen Fußgängerunterführung aus erschlossen.

Auch Bürgermeister Erich Raff (CSU) kann die Kritik nicht nachvollziehen. Der Umbau bringe eine "ganz klare Verbesserung". Dann könne man Gleis 2 so ausbauen, dass der überörtliche Verkehr abgewickelt werden kann. Möglich wäre auch, dass Regional- und Fernzüge mit gedrosseltem Tempo durchfahren, oder die Fahrpläne anders zu gestalten.