Fürstenfeldbruck Sportclub will Ronaldinho verpflichten

Weltmeister soll bei 100-Jahr-Feier des SC Fürstenfeldbruck mit seinem Barcelona-Team zum Freundschaftsspiel antreten

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Seine Hackentricks und Beinschüsse sind legendär. Bei Bedarf führt er außerdem den Ball in einem Bogen am Fuß, als wäre der mit Klebstoff bestrichen. Wie der brasilianische Fußballweltmeister Ronaldinho seine Gegenspieler genarrt hat, das lässt sich auf Youtube wunderbar betrachten. Zum Kringeln.

Dzemil Spahic oder Luis Gröger, die aufrechten SCF-Verteidiger, können schon mal anfangen, sich per Youtube vorzubereiten. Denn im Sommer könnten sie einen Ball zu Gesicht bekommen, an dem der Fuß von Ronaldinho klebt. Geht wirklich alles nach Plan, dann soll am 7. Juli, einem Sonntag, ein bislang einmaliges Spiel angepfiffen werden. Anlässlich der Feier zum 100-jährigen Bestehen will sich der Sportclub Fürstenfeldbruck nicht irgendeinen x-beliebigen Gegner an die Klosterstraße zum Freundschaftskick einladen. 1860 München, FC Bayern? Alles schon da gewesen, nichts Besonderes mehr. Also warum nicht gleich ganz nach oben in die Schublade greifen und den FC Barcelona einladen?

Sorry für den Beinschub, Amigo: Ronaldinho spielt auch mit 38 Jahren immer noch fast jeden Gegner schwindlig, so wie einst an der Copacabana.

(Foto: Imago Sport)

Nun gut, die erste Wettkampfgarnitur wird aller Voraussicht nach nicht die Reise ins ferne Fürstenfeldbruck antreten. Angekündigt hat sich das Barça-Legends-Team. Dessen Namen klingen in Fußballerohren aber hinreichend gut. Angeführt wird die Truppe von Ronaldinho, den man kennt mit seinem nach hinten gebundenen Zopf und der ziemlich offensiven Zahnreihe, die er beim Torjubel regelmäßig entblößt. Angekündigt haben sich aber auch die de-Boer-Brüder, Patrick Kluivert, Javier Saviola, Rivaldo, Fernando Navarro und und und. SCF-Präsident Jakob Ettner hofft weiterhin, dass auch aktuelle Spieler wie Gerard Picquet noch mitkommen. Die Möglichkeit jedenfalls sei angedeutet worden. Im Raum steht auch noch, dass ein paar Spieler des FC-Bayern sich ebenfalls sehen lassen und vielleicht sogar mitspielen. Wer genau gegen Barcelona antreten darf, muss ohnehin noch geklärt werden.

SCF versus FCF

Die Ehrenliga-Mannschaft der Altersklasse Ü 50 bleibt offenbar doch beim Sportclub Fürstenfeldbruck (SCF) und wechselt nicht zum jüngst gegründeten Ableger Fußballclub (FCF). Das hat SCF-Vereinspräsident Jakob Ettner bekannt gegeben. Die zweite Mannschaft der früheren Abteilung "Alte Liga", die Ü 40, wechselt dagegen zum FCF. Vor zwei Wochen war es nach lang anhaltenden vereinsinternen Querelen zur Abspaltung gekommen. Vorangegangen war der Versuch vor allem von Abteilungsmitgliedern der Alten Liga, Ettner zur Ansetzung einer Mitgliederversammlung mit Neuwahlen zu zwingen, um ihn dann abwählen zu können. Die Auseinandersetzung wird juristisch fortgeführt. Nach SZ-Informationen deutet viel darauf hin, dass der FCF nicht, wie ursprünglich gewünscht, ebenfalls auf dem SCF-Sportgelände an der Klosterstraße unterkommt, sondern beim TSV West. slg

Den Kontakt hergestellt zwischen dem Kreisligist und dem Championsleague-Teilnehmer hat bereits im November der in der Fußballerszene bestens vernetzte Vater von Progon Maloku. Maloku, 18, spielte bis 2015 noch beim SCF und wechselte zunächst zum FC Bayern und dann zu Lazio Rom. Organisiert werden soll das Freundschaftsspiel über eine Sportagentur - weder der Verein noch die Stadt würden auf einem Defizit sitzen bleiben, beteuert Ettner. Unterzeichnet werden soll ein entsprechender Vertrag Anfang Februar, angeblich könnte Barca-Präsident Josep Maria Bartomeu da persönlich einfliegen. Ettner hofft, dass bis dahin auch die Stadt mit im Boot ist, sich von ihrer gastfreundlichen Seite zeigt und die nötigen Genehmigungen anstandslos erteilt. Vorsichtig positive Signale sendet Brucks Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) bereits: Am Rande des Stadtratsessens am Donnerstag zeigte er sich auf SZ-Nachfrage durchaus offen gegenüber einer solchen Veranstaltung - sofern die Finanzierung gesichert ist. Nur zu gut in Erinnerung ist das Benefizspiel gegen den FC Bayern im Jahr 2012, in dessen Folge der finanziell angeschlagene Brucker Fußballverein auch noch Schwierigkeiten mit dem Finanzamt bekam. Noch benötige die Stadt deshalb mehr Details vom Sportclub, so Raff. Rückenwind hat Ettner nach eigenen Worten bereits von einigen Stadträten bekommen, die er in die Sache eingeweiht hat. Fest ausgemacht ist Ettner zufolge bereits ein Jugendcamp in Fürstenfeldbruck, das Jose Edmilson, der brasilianische Fußballweltmeister von 2002, leiten soll.