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Fürstenfeldbruck:Soziale Kontrolle

Wie die neuen Regeln in Läden und Bussen umgesetzt werden

Von Ariane Lindenbach, Fürstenfeldbruck

Von nächster Woche an müssen Kunden in Geschäften sowie Fahrgäste von Bussen und Bahnen die besser schützenden, aber auch teureren FFP 2-Masken tragen. Die Entscheidung der bayerischen Landesregierung wurde am Dienstag bekannt gegeben. Nun liegt es an den jeweiligen Verantwortlichen, die neuen Regelungen durchzusetzen, sprich ihre Einhaltung zu kontrollieren. Wirklich strenge Kontrollen sind offenbar nur in den Filialen des AEZ zu erwarten, wie eine Abfrage ergab. Dort achten Security-Mitarbeiter darauf, dass die Kunden tatsächlich nur mit FFP 2-Masken Einlass finden. Bei Rewe und anderen Supermärkten sowie in Bussen ist die Strategie, vor allen Dingen auf die Eigenverantwortung der Menschen und die soziale Kontrolle zu setzen.

"Unsere Märkte werden es - wie bisher auch schon - so handhaben, dass sie Kunden, die erkennbar keine FFP 2-Maske tragen, freundlich darauf hinweisen und sie auffordern werden, eine FFP 2-Maske aufzusetzen. Das klappt bisher auch schon gut", erklärt Ursula Egger. Die Pressesprecherin Region-Süd bei Rewe unterstreicht außerdem, dass die Mitarbeiter keine solchen Masken tragen müssten. Bei Aldi verfährt man nach dem selben Prinzip, wie Carolin Sunderhaus erläutert. "Darüber hinaus machen wir unsere Kunden auf die Maskenpflicht sowie die Hygiene- und Abstandsregelungen mit Hinweisschildern und Plakaten in und an der Filiale aufmerksam ", sagt die Pressesprecherin.

Beim in Fürstenfeldbruck gegründeten AEZ handhabt man die Vorgaben strenger. Die Security-Mitarbeiter, die seit Beginn der Pandemie in den umsatzstarken Zeiten darauf achten, dass die Höchstzahl an Personen nicht überschritten wird, werden nun permanent an den Eingängen stehen und darauf achten, dass wirklich nur Personen mit FFP 2-Maske die Geschäfte betreten. "Wie soll man das sonst kontrollieren?", fragt Udo Klotz. Der Geschäftsführer hofft, dass man die Kontrollen nach einiger Zeit nicht mehr benötigt, wenn die Kunden sich erst einmal daran gewöhnt haben. Wie in den meisten Geschäften setzt man auch im öffentlichen Personennahverkehr in erster Linie auf die Wachsamkeit anderer Fahrgäste - und natürlich auch auf die der Busfahrer. Laut Monika Beirer, der stellvertretenden Stabstellenleiterin für den ÖPNV im Landratsamt, gibt es seit Beginn der Pandemie ein vierstufiges Kontrollsystem, das die Maskenpflicht überwachen soll. Es besteht aus den Fahrgästen, den Busfahrern, die als dritte Stufe mit einem Rausschmiss ihr Hausrecht ausüben können und - vierte Stufe - die Polizei verständigen. Daran ändere sich aktuell nichts, weshalb der Aufwand bei der Umsetzung überschaubar sei, sagt sie. Beirer befürchtet vielmehr, dass mit der Neuregelung ein Imageschaden einhergehen wird und noch weniger Menschen die ohnehin schon wenig ausgelasteten Busse nutzen werden. "Wir werden einen großen Mehraufwand haben, personell wie finanziell, um wieder mehr Fahrgäste zu gewinnen", befürchtet sie mittelfristig und verweist auf die Auswirkungen für die Umwelt. Persönlich findet sie die Neuregelung übertrieben: "Die Studien geben das eigentlich nicht her."

© SZ vom 14.01.2021
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