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Fürstenfeldbruck:Nur die Bauarbeiter schwitzen

Inhaberin Anna Klinke lässt das Hardy's in Fürstenfeldbruck stark vergrößern und hofft auf eine baldige Öffnung

Von Sabrina Jansen, Fürstenfeldbruck

In der Ludwigstraße fünf herrscht zurzeit ordentlich Betrieb. Das Fitnessstudio Hardy's wird gerade umgebaut. Mittendrin: Geschäftsführerin Anna Klinke. Ihrer Familie gehört das Hardy's Franchise mit seinen vier Stationen. Zwei davon befinden sich in Fürstenfeldbruck. Die 29-Jährige strahlt über das ganze Gesicht, als sie die Baupläne betrachtet. "Das hier wird der Treffpunkt schlechthin werden", ist sie sich sicher.

Der Umbau sei gerade erst losgegangen, erzählt Klinke. "Das Projekt selbst haben wir schon seit einiger Zeit geplant, aber ursprünglich wollten wir es außerhalb der Stadt bauen." Das Gebäude in der Ludwigstraße selbst, in dem auch eines der Fitnessstudios untergebracht ist, gehört ihre Familie schon seit geraumer Zeit und wurde vorher zum Teil vermietet. Als die Mieter auszogen, beschlossen die Klinkes, das bestehende Fitnessstudio einfach auszubauen. "Bis November wollen wir fertig sein", berichtet Klinke und beäugt nachdenklich eine der kahlen Betonwände im Untergeschoss. "Allerdings hatten wir auch schon ein paar Rückschläge. Hier im Keller gab es ein paar Probleme mit der Statik, das hat uns im Zeitplan um ungefähr zwölf Wochen zurückgeworfen." Aber das ist kein Grund, um Klinke aus der Fassung zu bringen. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht durchquert sie die rund 5000 Quadratmeter große Baustelle und grüßt jeden Arbeiter. Alle sind per Du. "Unten darf jetzt keiner rein", erklärt ihr ein Mitarbeiter im Vorbeigehen. Klinke nickt. "Dann schauen wir uns oben um."

Die zweite Ebene des Studios wirkt weniger wie eine Baustelle als das Untergeschoss. Die anthrazitfarbene Theke im Empfangsbereich wirkt modern, der Parkettboden strahlt Wärme aus. "Wir wollen alle Ebenen miteinander verbinden", sagt Klinke und zeigt auf die Treppe in der Mitte des Raumes. "So wie hier. Wir wollen ein großes Atrium, damit man von ganz oben bis in den Keller schauen kann." Außerdem soll ein Restaurant mit gesundem und regionalem Essen auf dieser Ebene entstehen, einschließlich Blick auf den Viehmarktplatz. "Die Leute sollen nicht nur hierher kommen, um Sport zu treiben, sondern um sich selbst etwas Gutes zu tun."

Das Hardy's ist ein Familienunternehmen. Klinkes Vater gründete 1987 das erste Studio, mittlerweile sind alle drei Kinder eingestiegen. "Die Firma ist groß genug, da hat jeder von uns seinen Platz gefunden", sagt Klinke. Sie selbst ist das Sandwich-Kind der Klinkes, ihre ältere Schwester Franziska leitet das Studio in Landsberg, der jüngere Bruder Johannes ist auf die Gastronomie spezialisiert. Die Geschäftsführerin des Studios in Fürstenfeldbruck ist vor allem für Organisatorisches verantwortlich. "Zahlen und Planung, diese Sachen liegen mir einfach", erklärt sie lachend. Außerdem behält sie den Überblick beim Umbau in der Ludwigstraße. "Das hier ist einfach mein Baby", sagt sie stolz.

"Da hinten kommt noch ein Kosmetikstudio hin", berichtet sie, als es ein Stockwerk höher auf die dritte Ebene geht. Laufbänder, Crosstrainer und weitere Fitnessgeräte reihen sich wie Zinnsoldaten an den Wänden des großen Studios. Zurzeit sind sie alle unbenutzt. "Auf dieser Ebene gibt es dann noch weitere Kursräume und Studios und auch einen Flexbereich, der kann dann für Muskellängentraining genutzt werden", erklärt Klinke. Außerdem sollen zwei Pools, ein Gymnastik-Pool und ein Outdoor-Wellness-Pool, sowie ein Solarium entstehen. Der Keller wird vor allem für Krafttraining genutzt werden. "Das ist dann quasi das, was sich Leute, die nicht ins Fitness gehen, unter einem klassischen Fitnessstudio vorstellen, eine Pumperhalle sozusagen." Die Kosten für den Umbau sollen etwa acht Millionen Euro betragen.

Größentechnisch wird der Umbau das Hardy's in der Ludwigstraße verdoppeln, sowohl von den Quadratmetern als auch von der Mitarbeiteranzahl. Davon sind die meisten coronabedingt gerade zuhause. "Ich würde mir ja eigentlich wünschen, dass wir die ganzen lauten Arbeiten, Wändeeinreißen und so etwas, während der Schließung durchziehen könnten", gesteht Klinke. "Aber es wäre natürlich auch total super, wenn wir vorher wieder öffnen dürften." Zurzeit beschränken sich die Angebote des Hardy's größtenteils Online-Formate, allein Rehasport darf in Präsenz stattfinden. Für die Wiedereröffnung hat Klinke aber auch einen Plan. "Für unsere Kurse kann man dann immer einen speziellen Platz buchen, ungefähr so wie im Kino." Bis die Mitglieder wieder vor dem Spiegel in dem großen Studio mit der Dachschräge gemeinsam schwitzen können, wird noch einige Zeit vergehen, glaubt Klinke. Sie hofft trotzdem, bald wieder öffnen zu können und kann es kaum erwarten, bis der Umbau fertig gestellt ist, bestenfalls im Herbst.

© SZ vom 14.04.2021
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