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Fürstenfeldbruck:Nachhaltige Mobilität

Umwelt-Tipps des Germeringer Klimaschutzmanagers

Von Florian J. Haamann, Fürstenfeldbruck

In der Fastenzeit wollen die Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager der Kommunen im Landkreis wöchentlich gemeinsam praktische Tipps präsentieren, mit denen sich der Alltag klimafreundlicher gestalten lässt. Alle Beiträge sind auch auf der Homepage des Landkreises unter www.lra-ffb.de/bau-umwelt/klimaschutz/klimaschutz-im-alltag zu finden.

In dieser Woche klärt der Klimaschutzmanager der Stadt Germering über nachhaltige Mobilität auf. Die gute Nachricht sei, dass man ja bereits wisse, wie eine nachhaltige Mobilitätswende gelingen könne. Die schlechte Nachricht dagegen sei, dass der Mensch dabei sehr vergesslich sei. "Wir setzen auf effizientere alternative Antriebe privater Autos, gleichzeitig stehen diese weiterhin antriebsunabhängig über 23 Stunden am Tag rum und blockieren öffentlichen Raum. Wir wissen um die Vorteile des Radverkehrs und dennoch kommen im Landkreis auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner über 730 angemeldete Fahrzeuge - der Bayernschnitt liegt bei 613", heißt in der Mitteilung. Man ärgere sich über hohe Mietkosten im Ballungsraum, zahle aber ähnliche hohe Beträge für ein eigenes Fahrzeug.

Fast ein Drittel des gesamten Verkehrs im Landkreis entstehe durch Fahrten für Einkauf und Erledigungen, meist auf vermeidbaren Kurzstrecken. "Diese Fahrten sind nicht nur schädlich für das Fahrzeug, sondern ganz besonders für das Klima: Auf Kurzstrecken verbraucht ein Fahrzeug bis zu 30 Liter Sprit auf 100 Kilometer und stößt bis zu einem Kilogramm CO₂ pro Kilometer aus. Es stellt sich natürlich außerdem die Frage, wie sinnvoll es ist, zwei Tonnen Stahl für zehn Kilogramm Besorgungen zu bewegen", sagt der Klimaschutzmanager. Dabei sei die Lösung simpel: zu Fuß gehen oder Radfahren.

Um die tatsächlichen Kosten und den CO₂-Ausstoß des eigenen Autos zu berechnen, empfiehlt das Aktionsbündnis ein Klimafahrtenbuch anzulegen. Zu finden ist es auf der Homepage der Stadt Germering unter dem Beitrag "Klima-Fasten-Challenge 2021". Außerdem werden dort die Kostenrechner von VCD und ADAC vorgestellt. "Ein durchschnittlicher Mittelklassewagen kostet monatlich etwa 912 Euro, was bei durchschnittlichem Fahrverhalten etwa 73 Cent pro Kilometer entspricht. Ein neues Trekkingrad liegt bei etwa 20 Euro monatlich und etwa zwei Cent pro Kilometer", heißt es in einer Beispielrechnung in der Mitteilung.

Als Alternative werden Fahrten mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen empfohlen. "In Zügen kann man die Zeit effektiver mit Schlafen, Lesen, Aus-dem-Fenster-Schauen oder sogar Arbeiten nutzen als beim morgengrantigen Schimpfen im Auto", heißt es in der Mitteilung. Am besten allerdings sei der Nullemissionsantrieb des eigenen Fahrrades, das nicht nur weitgehend kostenlos betrieben werden könne. Zudem fördere man beim Radeln auch die Gesundheit.

© SZ vom 03.03.2021
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