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Fürstenfeldbruck:Mehrheit für Sparkassenfusion

SYMBOLBILD Sparkasse

Die Sparkassen in Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg/Dießen sollen zusammengeschlossen werden.

(Foto: Günther Reger)

Der Kreisausschuss empfiehlt mit neun gegen sechs Stimmen eine Bankenhochzeit.

Der Kreisausschuss hat sich am Donnerstag mit neun gegen sechs Stimmen für die Fusion der Sparkasse Fürstenfeldbruck mit den Sparkassen Dachau sowie Landsberg/Dießen ausgesprochen. Er empfiehlt dem in einer Woche tagenden Kreistag die Auflösung des eigenen Zweckverbands und den Beitritt zum neuen Zweckverband der Amper-Lech-Sparkasse. Nach monatelangen Verhandlungen und der Vorlage von Gutachten ist es der erste Meilenstein Richtung Zusammenschluss. Sollte alles im Sinne der drei fusionswilligen Sparkassen gehen, rechnet Brucks Sparkassenchef Klaus Knörr Ende Juni mit einem endgültigen Beschluss. Im Kreisausschuss stimmten die CSU-Fraktion sowie Michael Leonbacher (Freie Wähler) und Ulrich Schmetz (SPD) für den Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung. Landrat Thomas Karmasin (CSU) hält eine Fusion auch dann für sinnvoll, wenn sie nicht "überlebenswichtig" ist. Ähnlich hatten sich nach SZ-Informationen Bankexperten in einem jüngst vorgelegten Gutachten geäußert.

Bei Peter Falk (SPD) überwiegen die Zweifel. Er kritisierte die Beschlussfassung als verfrüht und vermisst weitere Gespräche mit Gremien aus Dachau und Landsberg. Vor allem sieht er die lokale Versorgung mit Bankdienstleistungen in Gefahr. Den "Verlust der regionalen Bodenhaftung" befürchtet auch Max Keil (ÖDP), dem eine "punktuelle Zusammenarbeit" lieber wäre als eine Bankenhochzeit.

Noch deutlicher wurde Martin Runge. Der Grünen-Kreisrat wirft der Brucker Sparkasse vor, viele unbequeme Fragen unbeantwortet zu lassen. Für eine Fusion sieht er keine wirtschaftliche Notwendigkeit. Diese würde seiner Ansicht nach Abstriche bei der Pluralität bedeuten - weniger Einfluss der Fürstenfeldbrucker Kreispolitik und eine "Dominanz der CSU" in den Aufsichtsgremien. Zudem befürchten die Grünen, dass Sparkassenmitarbeiter künftig über Landkreisgrenzen hinaus pendeln müssten.

© SZ vom 27.04.2018

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