Fürstenfeldbruck:Mehr Grün am Bau

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Stadtrat beschließt Gestaltungssatzung

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Die Kreisstadt will so weit wie möglich Schottergärten und blickdichte Mauern und Zäune verhindern und den Grundstein legen für deutlich mehr Fassaden- und Dachbegrünung. Der Stadtrat hat die bereits vom Bauausschuss empfohlene Gestaltungssatzung erlassen. Diese gilt nur für Neubauprojekte. In künftigen Bebauungsplänen sollen Vorgaben verankert werden für die Gestaltung von Freiflächen und Einfriedungen. Stadtbaurat Johannes Dachsel wies ausdrücklich darauf hin, dass für bestehende Grundstücke Bestandsschutz gelte und die Satzung künftig nur dann zur Anwendung komme, wenn ein neuer Bauantrag gestellt wird. Im Zweifelsfall sollen aber beispielsweise Regelungen zur Fassadenbegrünung an der Grundstücksgrenze mit Augenmaß ausgelegt werden.

Vor allem Teilen der CSU gehen die Vorschriften gleichwohl zu weit. So sprachen sich Franz Höfelsauer, Hans Schilling und Markus Britzelmaier gegen einzelne Passagen der Satzung aus, weil dadurch die Freiheit der Immobilienbesitzer für ihren Geschmack zu stark beschnitten würde. Dabei geht es vor allem um Regelungen für die Gestaltung von Dächern und Fassaden. Höfelsauer würde da "lieber auf Anreize als auf Verbote" setzen. Ähnlich äußerte sich Georg Stockinger (Freie Wähler).

Christian Götz (BBV) hingegen hält die Vorgaben für zumutbar und sieht noch "genügend Freiheit" gewährleistet. Thomas Brückner (Grüne) sieht in der Satzung nicht zuletzt die immer wieder gewünschte Alternative zur Baumschutzverordnung. Und Mirko Pötzsch (SPD) erinnerte an die Befristung - nach zwei Jahren könne man bei Bedarf ja noch nachjustieren. Irene Weinberg (BBV) hielt den Kritikern entgegen, dass man mit freiwilligen Regelungen erfahrungsgemäß nicht viele bewirke: "Grundeigentum verpflichtet, und es ist unser aller Stadt". Adrian Beste (Die Linke) sieht in der Satzung nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch gegen das Artensterben.

Willi Dräxler (BBV) zeigte sich aber aufgeschlossen gegenüber dem Vorschlag der CSU, nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Er würde sich ein Förderprogramm wünschen, mit dem Eigentümer von Bestandsbauten zur Begrünung ihrer Freiflächen und Fassaden bewegt werden können. Dieter Kreis (ÖDP) regte an, das wenig nachgefragte städtische Programm für Gebäudesanierungen mit Blick auf Dach- und Fassadenbegrünungen zu überarbeiten.

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