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Fürstenfeldbruck:Lange Zusätze

Zusatztafel Wernher-von-Braun-Straße

Schwarz auf Grau: Schild der Wernher-von-Braun-Straße mit Erklärung.

(Foto: Stadt Fürstenfeldbruck)

Die Kreisstadt hat erste Straßenschilder ergänzt

Die Zusatztafeln in der Wernher-von-Braun- und der Hindenburgstraße in Bruck hängen. Die Texte hat der Stadtrat nach monatelanger Auseinandersetzung größtenteils hinter den Kulissen beschlossen. Damit wurde zugleich verhindert, dass Straßen umbenannt wurden, wie Grüne und SPD im Frühjahr 2013 gefordert hatten, unterstützt vom Bündnis Bruck ist bunt nicht braun und dem Stadtjugendrat. Der damalige Oberbürgermeister ließ insgesamt 17 Straßenpatrone untersuchen. Die meisten, darunter Wehrwirtschaftsführer Willy Messerschmidt, wurden in der Folgezeit von einer Mehrheit aus BBV, CSU, FDP und FW rehabilitiert.

Übrig blieben Namen von Wehrmachtsoffizieren wie Emil Zenetti und Angehörigen der Legion Condor, die im spanischen Bürgerkrieg unter anderem die Stadt Guernica bombardierte hatte. Sie bekamen ein kleines Schild, auf dem zu lesen ist, dass die Benennung 1962 erfolgte und das Traditionsverständnis damals ein anderes war als heute. Für drei Namensgeber beschloss der Stadtrat längere Texte und zwar für den SS-Offizier von Braun, der Massenvernichtungswaffen konstruiert hatte, bei deren Bau allein schon Tausende von KZ-Häftlingen umkamen, Paul von Hindenburg, ein überzeugte Monarchist, der als Reichspräsident die Etablierung des faschistischen Regimes ermöglichte, und Julius Langbehn, der als Bestseller-Autor im Kaiserreich antisemitische und rassistische Ideologie verbreitete.

Über von Braun heißt es, er wäre an einer Aktion "Vernichtung durch Arbeit" beteiligt gewesen. Die hat es in dieser Form allerdings nicht gegeben. Vielmehr bezeichneten die Nationalsozialisten ihr Mordprogramm auf diese zynische Weise. Den Fehler werden wenige bemerken, dafür hängen die Schilder zu hoch und die Schrift ist zu klein. Einen Gedenk- und Informationsweg, wie eine Bürgerin nach dem Vorbild von Bad Tölz vorgeschlagen hatte, wollte die Kommune nicht. Bei Hindenburg wurde immerhin die falsche Amtszeit aus der Vorlage korrigiert. Die Schilder zu Langbehn im Ortsteil Puch werden aufgehängt, wenn die Straße saniert ist.