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Fürstenfeldbruck:Klosterkirche auf Sparkurs

Klosterkirche

Die Klosterkirche gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des süddeutschen Spätbarocks. Zugänglich bleibt auch weiterhin durchgängig der Vorraum, der einen Blick durch das Gitter ins Innere ermöglicht.

(Foto: Günther Reger)

Auf Drängen der Stadt werden die Öffnungszeiten reduziert

Die Öffnungszeiten der Klosterkirche Fürstenfeld werden reduziert. Von Frühling bis Herbst wird die Barockkirche nur noch von Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr, geöffnet sein, Dienstag und Mittwoch sind gestrichen, ebenso die Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen von Oktober bis April. Die teilweise Schließung ist eine Folge des Sparprogramms der Stadt, die das Aufsichtspersonal bezahlt. Statt 18 000 Euro wird die Kommune 3000 Euro weniger ausgeben, teilte Pressesprecherin Tina Rodermund-Vogl mit. "Es gab eine höflich formulierte Bitte der Stadt, etwa zehn Prozent einzusparen", sagte Birgitta Klemenz. Dem habe man sich nicht verschließen können, es sei sogar etwas mehr geworden als verlangt.

Sie ist in Personalunion Vorsitzende des Pfarrverbandsrates, Stadträtin für die CSU und Kulturreferentin. "Alle müssen sparen, da können wir uns nicht ausnehmen", so Klemenz. Es sei auch besser, zwei Tage komplett zu streichen, als die Öffnungszeiten zu reduzieren. Die Aufsicht führen Personen, welche die Pfarrei aussucht und die als geringfügig Beschäftigte geführt werden. Der Nachteil durch die gekürzten Öffnungszeiten halte sich in Grenzen, findet Klemenz. Denn die Kirche sei tagsüber weiterhin geöffnet, die Besucher müssen zwar im Vorraum an einem großen Gitter stehen bleiben, können aber von dort aus, den ganzen Innenraum überblicken, mit Ausnahme der Orgel, sagt Klemenz. Obendrein wird der Zugang für Reisegruppen mit oder ohne Führung nach Voranmeldung im Pfarramt auch gewährt. Was die Besucher betrifft, hat niemand exakte Zahlen. "Es sind immer Leute in der Kirche", berichtet Klemenz lediglich.

Die Klosterkirche Maria Himmelfahrt gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des süddeutschen Spätbarocks. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges wurde der gotische Vorgängerbau von 1717 an abgerissen und durch den Neubau ersetzt, der 1741 eingeweiht wurde, wobei die Innenausstattung sich noch bis 1766 hinzog. Beteiligt waren Cosmas Damian Asam, der die Deckenfresken malte, und die Brüder Jacopo und Francesco Appiani. Von Egid Quirin Asam stammen die mittleren Seitenaltäre, wohl auch der Entwurf zum Hochaltar. Der mächtige Bau und der prachtvolle Innenraum dienten keineswegs bloß spiritueller Versenkung, sondern sollten Macht und Herrschaft von Kirche und absolutistischem Staat versinnbildlichen.

© SZ vom 03.02.2021 / bip
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