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Fürstenfeldbruck:Klare Sympathien für die AfD

FDP-Mitglied Monica Bahner äußert sich auf Facebook

Zwei Tage nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit den Stimmen der AfD und einen Tag nach seinem Rücktritt bemüht sich die FDP um Abgrenzung von der AfD. Auch der Kreisvorstand der Liberalen schließe sich dieser offiziellem Linie an, sagt Kreisvorsitzender Hendrik Grallert am Freitag auf Anfrage der SZ, das sei am Donnerstagabend so beschlossen worden. Im Landkreis haben jedoch FDP-Mitglieder klare Sympathien für die AfD, die sie öffentlich äußern.

Auf der Facebook -Seite von Verena Coscia, die auf Platz 2 der FDP-Liste für den Kreistag kandidiert, hat sich Monica Bahner, die Frau des FDP-Stadtrats Herwig bahner, am Mittwoch eindeutig geäußert (alle Zitate im Original): "Ich freue, freue mich über diese FDP in Thüringen, über deren Ehrlichkeit und deren echte, offen gelebte DEMOKRATIE!!", heißt es da. Der Post geht weiter: "Danke an die FDP in Thüringen, danke dass Ihr Thüringen den Ökoterrorismus von rot- rot- grün erspart habt! Danke, dass Ihr erkannt habt, dass wenn die LINKE eine akzeptierte Partei ist, es die AFD genauso ist! Danke, dass ihr Euch getraut habt ,diesen Coup zu landen, ich bin wegen EUCH in Thüringen stolz darauf ein Mitglieder der FDP zu sein!!!"

Das ist klare AfD-Diktion, zumal Monica Bahner in einem weiteren Post auf die "tendenziöse" und "unfaire" Presse schimpft, für die sie sich schäme. "Die Bürger werden wissentlich verblödet und beeinflusst von solchen die Medien absichtlich missbrauchenden Journalisten!!", heißt es da.

Die unverhohlene Freude und die Verharmlosung der Rechten stehen auch am Freitagnachmittag noch so auf Facebook, unterstützt von Herwig Bahners Post, der sich über die "Eier" freut, die die FDP in Thüringen gehabt habe. Grallert sagt auf Nachfrage, er sei nicht viel auf Facebook, dazu habe er nicht die Zeit. Er distanziere sich aber klar von den Äußerungen. "Die AfD ist nicht vergleichbar mit der Linkspartei." Bahner schade der FDP aber nicht. "Er ist selber für seine Aussagen verantwortlich." Der SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Schrodi fordert per Pressemitteilung, Konservative und Liberale müssten sich klar von den Rechtsradikalen abgrenzen. "Die Landkreis-FDP duldet bis heute trotz mehrfacher Hinweise der SPD die rechten Parolen des ehemaligen CSU- und aktuellen FDP-Stadtrats Herwig Bahner. Dieser bekam sogar bei der Nominierung des FDP-Landratskandidaten eine relevante Anzahl von Stimmen", schreibt Schrodi.

Kreisvorsitzender Hednrik Grallert reagiert darauf verschnupft: "Die SPD entscheidet nicht, wer in der FDP sein darf." Man werde mit Bahner diskutieren. Schrodi sieht seine Partei an vorderster Stelle, wenn es um die Bewahrung der Demokratie geht: "Die Sozialdemokratie ist das demokratische Bollwerk gegen Faschismus und Rassismus", schreibt er.

© SZ vom 08.02.2020
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