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Fürstenfeldbruck:Die Schule West nimmt Gestalt an

Im Brucker Rathaus sind 15 Modelle und Pläne für den Neubau ausgestellt. Ein Preisgericht hat zwei Favoriten ausgewählt

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Ein paar Eckdaten stehen halbwegs zuverlässig fest: Die dringend benötigte Schule West wird wohl um die 26 Millionen Euro kosten und damit das größte Investitionsobjekt der kommenden Dekade sein. Dann ist mit den Gewissheiten aber auch schon Schluss. Ob die fünfte Brucker Grundschule, die auf einem städtischen Grundstück zwischen TSV-West-Sportgelände und Stadtwerkezentrale nebst künftiger Igewo-Siedlung liegen wird - links und rechts von Bundesstraße 471 und Cerveteristraße begrenzt - wie geplant bis zum Schuljahresbeginn im Herbst 2022 bezogen werden kann, ist offen. Das sei schon ein sportliches Ziel", sagt Stadtbaumeister Martin Kornacher.

Der Entwurf der Köhler-Architekten zeigt ein quadratisches Gebäude mit Innenhof links unterhalb der Sporthalle.

(Foto: Günther Reger)

Immerhin lässt sich langsam erahnen, wie die neue vierzügige Schule einmal aussehen könnte. Im Rathausfoyer sind noch zwei Wochen lang die Modelle und Lagepläne der 15 Architekturbüros ausgestellt, die sich an dem Realisierungswettbewerb beteiligt haben. Eine Jury, die sich aus Fachpreis- sowie Sachpreisrichtern zusammensetzt (Experten sowie Politiker) hat sich nach auf zwei Entwürfe geeinigt, die architektonisch sehenswert sind und auch die funktionalen Anforderungen einer Schule erfüllen. Eine der sachverständigen Beraterinnen ist Tanja Stock. Die Schulleiterin der Richard-Higgins-Grundschule wird nach der Fertigstellung den künftigen Neubau beziehen, gemeinsam mit bis zu 360 Kindern - die alte Schule wird aufgehübscht und ebenfalls weiter genutzt.

Das Luftbild, auf dem das Gelände westlich der Cerveteristraße und oberhalb der Sportanlagen des TSV West gut zu erkennen ist.

(Foto: Googlemaps)

Zwei zweite Plätze wurden ausgelobt, sie gelten als klare Favoriten in den nun folgenden weiteren Verhandlungen. Dabei wird es nicht nur um Kosten gehen, sondern auch darum, welche Arbeitsfortschritte die Planungsbüros in welcher Zeit wie zuverlässig garantieren können. "Mir gefallen die Entwürfe sehr gut", sagte Oberbürgermeister Erich Raff (CSU) bei der Präsentation der Modelle im Rathaus. Nach Worten von Wolfgang Peck, Münchner Architekt und Vorsitzender des Preisgerichts, haben alle Wettbewerbsteilnehmer qualitativ hochwertige Entwürfe vorgelegt - "alle haben Erfahrung im Neubau von Schulen". Einige Entwürfe freilich schieden aus, weil sie es beispielsweise bei der Dimension beinahe grenzenloser "Lernlandschaften" etwas zu gut meinten oder weil Lern- sowie Gemeinschaftsbereiche auf separate Gebäude verteilt waren, was Nachteile im Schulalltag bringen würde. Als Flaschenhals erwies sich die Anbindung an die Cerveteristraße - zwischen Montessori-Kinderhaus und dem am nordöstlichen Grundstückseck geplanten Kinderhort hindurch. Im Blickpunkt standen bei den Juroren denn auch nicht nur neue, kreative Raumkonzepte, sondern klassische Bereiche wie Verkehr, Erschließung und Sicherheit.

Der Entwurf der Fuchs- und Rudolph-Architekten sieht zwei Baukörper oberhalb der flacheren Turnhalle vor.

(Foto: Günther Reger)

Pohl lobte "die klare Präsenz des Baukörpers" des Entwurfs der Gautinger Köhler-Architekten, die mit dem Münchner Landschaftsarchitektur-Büro Kübert kooperieren. Das Modell zeigt ein dreigeschossiges Gebäude mit nahezu quadratischem Grundriss und einem Innenhof. Im Osten schließt sich, etwas versetzt, die Turnhalle an.

Auf Augenhöhe ist nach Meinung der Fachjury lediglich der Entwurf des Architekturbüros Fuchs und Rudolph, die von dem Berliner Landschaftsarchitekten Frank Kiessling unterstützt werden. Peck lobte die "schöne, klare Arbeit" und den Campus-Charakter. Die beiden Gebäude wären verbunden und würden somit den Austausch zwischen den Lern- und Gemeinschaftsbereichen ermöglichen.

Kornacher würdigte ausdrücklich das Engagement der Büros, die leer ausgehen - bei einem solchen Wettbewerb nach EU-Richtlinien erhalten sie keine Entlohung für ihre Arbeit.

© SZ vom 11.12.2019

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