bedeckt München

Fürstenfeldbruck:Die pure Bewegungslust

Welch unterschiedliche Ausdrucksformen Tanz annehmen kann, demonstrieren die Schüler.

(Foto: Günther Reger)

Ein Tanzfest bringt Schüler aus dem ganzen Landkreis auf die Bühne

Von Jana Erthel, Fürstenfeldbruck

Im Leben eines Schülers dreht sich vieles um die eigenen Leistungen und die Erwartungen anderer, verbunden mit dem Druck, diesen gerecht zu werden. Katja Bienert, Organisatorin des Tanzfestes, welches im Stadtsaal Fürstenfeldbruck zum dritten Mal stattgefunden hat, betont, dass es bei der Veranstaltung eben nicht darum gehe, bewertet zu werden oder auf dem Siegertreppchen zu stehen. Vielmehr stehe die Freude an rhythmischen Bewegungen im Vordergrund, denn Tanz soll ihrer Meinung nach "glücklich machen und ist dazu da, gesehen zu werden". Tanzgruppen der Grund- sowie weiterführenden Schulen aus dem Landkreis stellen in originellen Choreografien verschiedene Stile vor - von Modern Dance bis Volkstanz. Zusammen mit ihrem Ehemann Manfred, der wie seine Frau als Lehrer tätig ist, moderiert die Organisatorin den Abend, zu dem sowohl Josef Heckl, Bürgermeister von Mammendorf, als auch Vertreter der Sparkasse, die das Tanzfest sponsort, erscheinen. Emely Miceli und Julia Schmitz besuchen die sechste Klasse der Dorothea-von-Haldenberg Schule in Mammendorf und sind Teil einer Tanzgruppe für Schüler der fünften bis siebten Klasse. Ihre Leidenschaft zum Tanz zeigte sich bei den Schülerinnen bereits in Kindertagen, weshalb sie ab der dritten Klasse die AG-Angebote der Schule wahrnahmen. Vor ihrem Auftritt seien sie zwar aufgeregt, wären aber in Anbetracht des zwanglosen Ambientes voll freudiger Erwartung auf das Fest.

Die Stadtsaal ist gut besucht: Am Eingang warten Eltern und Geschwister, Oma und Opa. Es sind so viele Menschen gekommen, dass einige von ihnen stehen müssen, weil sie keinen Sitzplatz gefunden haben. Vor den Augen der Schulleiter und der stolzen Verwandten zeigen die jungen Tänzer innen und Tänzer dann, was sie seit Anfang des Schuljahres einstudiert haben. Die erste bis vierte Klasse der Pestalozzi Schule sowie der Grundschule an der Philipp-Weiss-Straße beeindrucken das Publikum mit Volkstanz. Erstere setzt hierbei auf russische Tradition, während an der Philipp-Weiss-Straße heimatlich bayerische Folklore einstudiert wurde. Die kleinen Patzer der Sieben- bis Zehnjährigen wecken in jedem Zuschauer Rührung, wobei alles in allem von einem sehr hohen Niveau des Tanzens zu sprechen ist. Die Tanzgruppe der Mittelschule Olching bringt jüngere und ältere Schüler der fünften bis zur zehnten Klasse zusammen und beweist, dass auch männliche Heranwachsende Spaß am Tanz haben. Die um die 16 Jahre alten Jugendlichen wirbeln ihre Partnerinnen beim Rock 'n' Roll durch die Luft, sodass ihre ausgestellten Röcke fliegen. Die Gruppe besinnt sich auf den altmodischen Tanzstil zurück und lässt ihn auf modernen Hip Hop treffen, wobei die beiden Stile reizvoll kontrastieren und die vielfältige Auslegbarkeit des Tanzens betonen. Einige Gruppen, wie zum Beispiel die des Gymnasiums Olching, beziehen Diabolos, Jonglagen sowie Einräder und Stelzen in ihre Choreografie mit ein und verbinden artistische, beziehungsweise sportliche und tänzerische Komponente.

Die Tanzgruppe der Bode-Schule wird von 20- bis 24-Jährigen gebildet, welche eine Modern-Dance-Choreografie vorstellen und die ältesten Teilnehmer sind. Die breite Altersspanne, die Zwanglosigkeit der Veranstaltung und die humorvolle Moderation des Ehepaar Bienerts übertrugen die Heiterkeit des Tanzens auf das Publikum, sodass einige Geschwisterkinder versuchten, die Bewegungen der Agierenden auf der Bühne nachzuahmen. Am Ende des Abends ging jeder der Tänzer als Gewinner nach Hause, in dem Wissen, dass der Auftritt gesehen und am Ende mit viel Applaus belohnt wurde.

© SZ vom 05.07.2017
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema