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Fürstenfeldbruck:Der beste Vorleser

Vorlesewettbewerb Stadtbibliothek in der Aumühle

Der elfjährige Clemens Reißenweber vom Gymnasium Puchheim überzeugt die Jury mit seiner Videoaufzeichnung.

(Foto: Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck)

Clemens Reißenweber gewinnnt Wettbewerb der sechsten Klassen

Von Elisabeth Deml, Fürstenfeldbruck

Der elfjährige Clemens Reißenweber ist mit seiner Präsentation von "Der Ickabog" von J. K. Rowling als Sieger aus dem diesjährigen Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen hervorgegangen. "Bei ihm hat die Mischung gepasst", erklärt die Brucker Bibliotheksleiterin Diana Rupprecht. "Clemens hat es geschafft, die Textstelle so zu vermitteln, dass man Lust hat, das Buch zu lesen."

Etwa 4000 Kinder haben deutschlandweit am Vorlesewettbewerb teilgenommen. Acht Sieger und Siegerinnen des Landkreises waren auserkoren, bei einem erneuten Entscheid miteinander um den Kreissieg zu kämpfen. Die Schüler hatten die Möglichkeit, eine dreiminütige Textstelle per Video aufzuzeichnen und einzuschicken.

Die Videoaufnahmen der Kinder werden auf eine große Leinwand im Versammlungssaal der Stadtbibliothek Fürstenfeldbruck projiziert, die Jury wartet gespannt auf die Beiträge. Laut Rupprecht bewarben sich in diesem Jahr weniger Teilnehmer als zuvor. "Ich vermute, dass der Schulentscheid aufgrund der erneuten Schulschließung nicht mehr überall abgehalten wurde", mutmaßt sie. Der Ablauf sowie die Kriterien sind im Vorhinein an die ungewöhnlichen Umstände angepasst worden. So haben die Kinder keinen Fremdtext gehalten, den es in den vorherigen Jahren im Anschluss an die eigene Präsentation vorzulesen galt. Die Jury legte dafür mehr Wert auf die Lesetechnik der Kinder, da diese ihre Beiträge vor der Einreichung mehrmals aufzeichnen konnten. In den Videos stellen die Kinder zuerst sich selbst, dann den Autor oder die Autorin und abschließend das Buch vor.

Beim Vorlesen verleihen sie den einzelnen Figuren unterschiedliche Stimmen, variieren mit der Lautstärke und dem Lesetempo und bauen dadurch Spannung auf. Die Jury hört konzentriert zu. Neben Kinderbuchklassikern wie "Pippi Langstrumpf" und "Krabat" lesen die Teilnehmer aus modernen Fantasy-Romanen wie "Die Auserwählten im Labyrinth" oder "Die Magie der Füchse". Nachdem alle Beiträge eingehend analysiert worden sind, folgt der schwierigste Teil des Wettbewerbs. Nun muss die Jury den diesjährigen Gewinner ermitteln.

"Was extrem fehlt, ist die zweite Runde", erklärt Stefanie Vielweber, stellvertretende Bibliotheksleiterin. Denn der Fremdtext verdeutliche normalerweise, welche Kinder auch mit unbekannten Texten gut zurechtkämen. Nach 25 Minuten Besprechung steht der Gewinner allerdings fest. Clemens habe seinen ausgewählten Text gut betont und interpretiert. "Die Präsentation war einfach stimmig", begründet die Jury.

© SZ vom 03.03.2021
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