Fürstenfeldbruck Bundeshaushalt bremst S-Bahnbau

Experte kritisiert Etat als "Totengräber" für die S4

Im Bundeshaushalt 2016 ist viel zu wenig Geld für die Münchner S-Bahn eingeplant, kritisiert Ralf Wiedenmann. Der in der Schweiz aktive Bahnexperte, der aus Puchheim stammt, bezeichnete den Etat als "Totengräber" für die zweite Stammstrecke. Der geplante S-Bahn-Tunnel wird von der bayerischen Regierung stets als Grundvoraussetzung für alle Verbesserungen genannt, auch für den Ausbau der S 4 zwischen Pasing und Eichenau. Das umstrittene Großprojekt soll nach Schätzung etwa 3,1 Milliarden Euro kosten. Die Mittel für Projekte in der ganzen Republik betragen jedoch laut Etatentwurf nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) rund 333 Millionen. Um seinen Anteil zu bezahlen, müsste der Bund sechs Jahre lang den kompletten Posten nur für den Münchner Tunnel ausgeben und könnte im ganzen Land kein anderes Projekt finanzieren.

"Jeder mit gesundem Menschenverstand muss einsehen, dass mit diesen lächerlichen GVFG-Mitteln die zweite Stammstrecke nie und nimmer gestemmt werden kann", sagt Wiedenmann. Die Äußerung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), es gebe kein finanzielles Limit für diese zweite Röhre, wies der Bahnexperte als lächerlich zurück, weil jede Ausgabe durch den vom Bundestag beschlossenen Haushalt gedeckt sein muss. Wiedenmann forderte die Abgeordneten aus der Region auf, am Freitag gegen den Etat zu stimmen. Da die Abstimmung namentlich sei, werde man sehen, für welche bayerischen Abgeordneten "der Einsatz für die zweite Stammstrecke nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist", sagte Wiedenmann.