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Fürstenfeldbruck:Berauschende Wassermusik

Benefizkonzert für Togo bringt Fontänen und Melodien zusammen

Von Manfred Amann, Fürstenfeldbruck

Wenn Orchestermelodien mit dem Geräusch plätschernden Wassers im Glanze bunter Lichter geradezu verschmelzen, dann wird daraus ein ungewohntes aber wunderbares Klangerlebnis. Und wenn dazu Kinder in Tutu-Kleidchen einfühlsam feengleich über die Bühne schweben, wird es zu einem Show-Erlebnis mit Gänsehaut-Momenten. Das Benefizkonzert "Nacht der Fontänen", zu dem der Verein Togohilfe und Togo-Contact aus Maisach am Freitag in den Brucker Stadtsaal eingeladen hatten, bot so ein faszinierendes Show-Erlebnis mit Musik und Tanz, kombiniert mit Wasserspielen, auf hohem Niveau, das zuweilen frenetische Beifallsstürme, Bravorufe und Fußgetrampel auslöste. Und dies "absolut live und ohne Generalprobe" wie Margret Kopp anmerkte.

Miss Togo Diaspora

Nicht nur Pascaline Amaglo, die "Miss Togo Diaspora 2017", ist beindruckt von der Veranstaltung.

(Foto: Günther Reger)

Die Vorsitzende der Aktion PiT-Togohilfe war "hoch erfreut", dass nur wenige Plätze frei blieben und das Konzert als Auftaktveranstaltung für die Brucker Kulturtage gewählt worden war, deren Motto "Heimat im Wandel" sehr gut zur Zielsetzung der Togohilfe passe, nämlich zu helfen, dass Togolesen in ihrer Heimat so leben können, dass sie auch bleiben können. Stolz sei sie, sagte die Vorsitzende des Maisacher Togohilfe, dass Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Schirmherrschaft übernommen und im Vorwort des Konzertprogramms gelobt habe, das Benefizkonzert zugunsten Togohilfe ehre das fast 40-jährige Engagement "einer der aktivsten und bekanntesten deutschen Vereine in der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit mit Togo". Als Anerkennung und besondere Wertschätzung empfand es Margret Kopp, dass eine Delegation aus der Republik Togo mit Botschafter Komi Bayédzè Dagoh, Konsul Joseph Rudolf Kastenbauer und dem Gründungsvorsitzenden der togoischen Partnerorganisation "Aimes Afrique", Michel Kodom, die mit der Maisacher Togohilfe eng zusammenarbeitet, extra zum Konzert angereist waren.

Nacht der Fontänen

Die "Nacht der Fontänen" im Brucker Stadtsaal ist ein Benefizkonzert für die Togo-Hilfe.

(Foto: Günther Reger)

Die Ehre gab sich auch die "Miss Togo Diaspora 2017", Pascaline Amaglo, die heuer zum ersten Mal überhaupt gewählt wurde und sich in ihrem königsblauen bodenlangen Kleid mit einer silbernen glänzenden Scherpe und silbernem Ohrschmuck und Krönchen auf dem Kopf schon vor dem Konzert vielen Handyfotografen hatte stellen müssen. Den ersten Teil des fast dreistündigen Konzertabends bestritt bravourös das Puchheimer Jugendkammerorchester unter Leitung von Peter Michielsen mit einer Streichersonate von Giacchino Rossini, elegischen Melodien von Edvard Krieg und einer Serenade von Robert Fuchs. Am Anfang sprudelte dazu das Wasser noch gemächlich aus den Düsen. Je nach Melodientempo, von largo, lento, adagio und andante über moderato, vivace, allegro und presto bis prestissimo, wurden dann im Lichte wechselnder Farben springende Wasserbeams bis unter die Stadtsaaldecke geschleudert oder nacheinander und im Mix Wasserwirbel und -figuren vor die Bühne gezaubert, die einem übersprudelnden Sektglas, einem Brunnen oder einer Lilienblüte ähnelten.

In der Pause stellte Margret Kopp die Sponsoren vor, die das Konzert erst ermöglicht hätten. "Die meisten Gönner haben wir in Maisach", lobte sie, während auf einer von der Decke herabrieselnden "Wasserleinwand" die Logos der Unternehmen dargestellt wurden. Den zweiten Teil bestritten die Tänzerinnen, Kinder und Jugendlichen vom Olchinger Ballettstudio Sinzigner mit den schönsten Figuren des klassischen Balletts wie Arabesque, Passè oder dem Spitzentanz, aber auch mit modernen Choreografien zu Melodien aus "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi, begleitet von einem faszinierenden Wasserspiel. Zum Ausklang verwöhnte das Jugendkammerorchester die Zuhörer mit Melodien von Astor Pantaléon Piazolla, Georg Philipp Telemann, Udo Hartlmaier und Pyotr Ilyich Tschaikowsky, wobei sich die Wasserfontänen im Lichterspiel in ein fantastisches Finale mit Figuren, Beams und Teppichen steigerten.

© SZ vom 31.07.2017
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