bedeckt München
vgwortpixel

Fürstenfeldbruck:Bauarbeiten geben den Takt vor

Bruck: S-Bahnhof / Marode Gleise

Zwei Gleise werden im Bahnhof Fürstenfeldbruck erneuert. Der Verkehr ist deshalb eingeschränkt.

(Foto: Johannes Simon)

In den Pfingstferien rollt die S-Bahn zwischen Pasing und Geltendorf nur über ein Gleis - doch es gibt Alternativen

Es ist derzeit nicht gerade leicht, mit der S-Bahn nach München und wieder zurück nach Fürstenfeldbruck zu kommen. Während der ganzen Pfingstferien werden Bahngleise der Linie S 4 in Fürstenfeldbruck erneuert, für die Bauarbeiten ist ein Zeitraum von Mai bis September angesetzt. Während der Ferien steht für den Zugverkehr zwischen Pasing und Geltendorf nun größtenteils nur noch ein Gleis zur Verfügung. Für viele Bahnkunden stellt sich angesichts dieser Lage eine wichtige Frage: Wie komme ich trotz der erheblichen Einschränkungen pünktlich an meinen Arbeitsplatz, in die Universität oder allgemein nach München und wieder zurück?

Es gibt eine Reihe von Alternativen, auf die die Kunden nun ausweichen können. Da ein Gleis genutzt werden kann, fahren die S-Bahnen einmal in der Stunde nach Geltendorf oder nach München. Start der stadtauswärts fahrenden Züge ist am Hauptbahnhof, bis Pasing fährt die S-Bahn ohne Halt, danach mit Halt an den gewohnten Stationen bis Geltendorf. Möchte man also zu anderen Haltestellen auf der Stammstrecke fahren, beispielsweise zum Marienplatz, muss man in Pasing oder am Hauptbahnhof auf eine andere Linie umsteigen. Von 5.01 Uhr an verkehren diese Züge stündlich vom Hauptbahnhof in Richtung Geltendorf. In Richtung Innenstadt fährt die S-Bahn in Fürstenfeldbruck von 4.52 Uhr an. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, mithilfe des Express-Busses X 845, der zwischen Fürstenfeldbruck und Germering verkehrt, ab Germering mit der S 8 Richtung Flughafen stadteinwärts zu fahren. Die Fahrtdauer von Bruck nach München beträgt etwa 45 Minuten, die Busse fahren alle 20 Minuten. Montag bis Samstag fährt um 5.20 Uhr der erste Bus von Bruck nach Germering, umgekehrt fährt ab Germering der erste Bus um 5.51 Uhr. Sonntags verkehren die Busse auf dieser Strecke stündlich von 7.30 Uhr an in Fürstenfeldbruck und von 7.51 Uhr an in Germering.

Eine weitere Option ist, mit der Buslinie 843 nach Olching zu fahren, um dort in die S 3 Richtung Holzkirchen umzusteigen. Dann ist man von Fürstenfeldbruck aus in etwa 50 Minuten in der Innenstadt. Der erste Bus in Bruck geht um 5.34 Uhr, danach verkehrt alle 20 Minuten ein Bus. In Olching fahren ab 5.45 Uhr die Busse nach Bruck. Problematisch ist diese Verbindung jedoch an Wochenenden, samstags besteht die Verbindung nur alle zwei Stunden ab 9.53 Uhr in Bruck beziehungsweise 11.25 Uhr in Olching. Sonntags verkehrt der Bus sogar insgesamt nur zweimal. Um die entfallenden Fahrten zu kompensieren setzt die Deutsche Bahn zusätzlich Busse zwischen Pasing und Geltendorf ein. Diese fahren stündlich, in Pasing ab 5.36 Uhr, in Bruck ab 5.17 Uhr. Gegen 21 Uhr fahren die letzten Zusatz-Busse. Jedoch stellt deren Fahrzeit ein großes Problem dar, meist kommen sie nur wenige Minuten früher an den Haltestellen an, als die stündlich verkehrenden S-Bahnen. Auch Regionalzüge halten in den Pfingstferien extra an der Haltestelle Buchenau, von 5 Uhr an fahren diese dann zu unregelmäßigen Zeiten, aber mindestens einmal pro Stunde ohne Stop bis zum Hauptbahnhof durch.

Es gibt einige Möglichkeiten, auf die die Bahnfahrer nun in den Pfingstferien zurückgreifen können, zu Begeisterung aber besteht kein Anlass, wie Kommentare in den sozialen Netzwerken belegen. Der Schienenersatzverkehr, den die Deutsche Bahn als "ideales Zwischenangebot" beschreibt, stößt auf Kritik und wird als nicht ausreichend oder fehlerhaft eingestuft. Eine Frau ist entrüstet, dass die Bahn so wenig informiert. Sie berichtet über falsche Auskünfte und wenig hilfreiche Fahrer. Ein anderer Bahnkunde wartete am Mittwochmorgen vergeblich auf den Regionalexpress, der eigentlich um 7 Uhr in Buchenau anhalten sollte.

© SZ vom 28.05.2015
Zur SZ-Startseite