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Fürstenfeldbruck:Aus für Integrations-Sprachkurse

FFB - VHS Deutsch Integrationskurs abgesagt

Abschied auf unbestimmte Zeit: Die Mitglieder des Deutsch-Integrationskurses an der Brucker Volkshochschule mussten wieder heimgehen.

(Foto: VHS Fürstenfeldbruck)

Die Volkshochschulen müssen alle Präsenzveranstaltungen schließen, was die Migranten besonders hart trifft

Pünktlich zu Beginn des Unterrichts um 8.30 Uhr standen die Teilnehmer des Deutsch-Integrationskurses der Brucker Gretl-Bauer-Volkshochschule am Dienstag vor der Tür. Die Dozentin Franziska Moran musste jedoch alle wieder nach Hause schicken. Denn seit Dienstag, 1. Dezember, dürfen Volkshochschulen in Bayern wegen der Corona-Pandemie keine Präsenzveranstaltungen mehr abhalten. Davon betroffen sind die Einrichtungen in Eichenau, Germering, Gröbenzell, Maisach, Olching und Puchheim. Ausgenommen sind nur Berufssprachkurse und Prüfungen. Die Volkshochschulen versuchen, die Termine zu verschieben und das digitale Angebot auszuweiten.

Das Aus kam überraschend, sagt Silvia Reinschmiedt, die Geschäftsführerin der Brucker Vhs. Die Nachricht von der Regierung kam erst am Morgen. Reinschmiedt findet die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Denn alle Einrichtungen führen ihre Kurse "strengstens" mit Hygieneregeln und Maske im Unterricht durch. Sie hatte gehofft, dass wenigstens Deutsch-Integrationskurse weiter stattfinden könnten. "Sie dienen dem beruflichen Fortkommen und sind für viele Menschen in Fürstenfeldbruck die Basis, um im Beruf Fuß zu fassen oder sich weiterzubilden." Ein digitaler Unterricht ist bei den Sprachkursen schwierig, weil nicht alle das Equipment oder die Kenntnisse dafür haben. Obendrein fehlt auch noch eine Genehmigung des Bundesamtes für Migration.

An der Brucker Vhs sind sechs Integrationssprachkurse betroffen, lediglich in einem Berufsintegrationskurs darf weiter im Präsenzmodus gelernt werden. Die Teilnehmer und die Dozenten hoffen, dass der Lockdown nicht von langer Dauer bleiben wird. Den Abschied am Dienstag versüßte Moran ihren Schülern mit einem Schoko-Adventskalender ein bisschen.

© SZ vom 02.12.2020 / bip
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