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Fürstenfeldbruck:6500 Unterschriften für den S-4-Ausbau

Die S-Bahn-Bürgerinitiative fühlt sich bestätigt. Mit der Resonanz der Fahrgäste auf die Aktion ist man zufrieden, mit der Unterstützung durch einige Parteien weniger.

Peter Bierl

Mehr als 6500 Unterschriften hat die Bürgerinitiative "S-4-Ausbau jetzt" seit Mitte September für eine Ertüchtigung der Fürstenfeldbrucker Bahnstrecke gesammelt. Die Initiatoren sind zufrieden, wobei sich Fürstenfeldbrucks Zweiter Bürgermeister Hans Schilling (CSU) mehr Unterstützung von seiner Partei erwartet hätte. In den nächsten Wochen sollen die Listen dem bayerischen Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) übergeben werden. Die Resonanz war überwältigend, die Leute sind angestanden, um zu unterschreiben", erzählte die Grünen-Kreisvorsitzende Elke Struzena, die die Aktion mit initiiert hat. Nach Ansicht von Schilling haben die Bürger deutlich gezeigt, "dass sich was ändern muss". Er und Struzena werten die Zahl von mehr als 6500 Unterschriften als Erfolg. Zufrieden ist auch der Brucker Verkehrsreferent Mirko Pötzsch (SPD). Er gibt jedoch zu bedenken, dass rund 15 000 Menschen die S 4 täglich benutzen: "Es hätten schon mehr sein können, ich hätte mir über zehntausend Unterschriften gewünscht." Allerdings habe die Bürgerinitiative nur an Bahnhöfen, auf Märkten und Infoständen "weitmaschig" sammeln und darum nicht alle Pendler erreichen können. Die Initiative wurde von SPD, Grünen und Unabhängigen Bürgervereinigungen (UBV), von Verbänden wie Pro Bahn, Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Bund Naturschutz, von den Bürgermeistern Hartwig Hagenguth (Grafrath) und Sepp Kellerer (Bruck) sowie den Gemeinden Türkenfeld und Geltendorf unterstützt. Gesammelt und Plakate geklebt wurden auch in Kaufering sowie am Westufer des Ammersees. Die Vorbereitungen der Unterschriftensammlung wurden durch Streitigkeiten zwischen SPD und Grünen überschattet. Während sich die SPD ungeachtet der unklaren Finanzierung für eine zweite S-Bahnröhre in der Münchner Innenstadt stark macht, lehnen die Grünen das Projekt ab. Andererseits liebäugeln die Grünen mit der sogenannten Gröbenzeller Spange als Alternative zum viergleisigen Ausbau der Strecke bis Eichenau oder Buchenau. Diese Gleisverbindung zwischen Eichenau und Gröbenzell wiederum lehnt die SPD ab. Die CSU und die Freien Wähler waren nur mit ihren Brucker Ortsgruppen an der Unterschriftensammlung beteiligt, die Kreis-CSU hat sich von der Aktion distanziert. "Ein bisschen mehr hätte nicht geschadet", meinte Schilling auf die Frage, ob er mit der Unterstützung aus der CSU zufrieden ist. Der stellvertretende Brucker Bürgermeister hofft, dass die Organisationen in der BI weiter zusammenarbeiten. "Wir erreichen nur miteinander etwas", sagte Schilling. Abgesehen von der Übergabe der Unterschriften will die Initiative im Januar eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus dem Ministerium veranstalten. Bis dahin soll die Kosten-Nutzen-Analyse zum viergleisigen Ausbau vorliegen. Beim nächsten Treffen der BI am heutigen Dienstag um 20 Uhr in den Eichenauer Bürgerstuben soll dieser Termin vorbereitet werden.

© SZ vom 08.11.2011

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