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Für alle Fälle gewappnet:Spritzen in der Turnhalle

Mammendorf hält Sportstätte für mögliche Impfungen frei

Von Manfred Amann, Mammendorf

In Mammendorf ist offensichtlich die Einrichtung einer Impfstation für Hausärzte angedacht. Wie Bürgermeister Josef Heckl (Bürgergemeinschaft) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mitteilte, wird dafür die Turnhalle freigehalten. Zu der Erklärung kam es, nachdem SPD-Gemeinderätin Tirza Quell darauf hingewiesen hatte, dass wegen der Belegung der Sporthalle mit Schulklassen kaum noch Hallensport möglich sei. Dazu führte der Gemeindechef aus, dass an allen 23 Klassen der Dorothea-von-Haldenberg-Schule in Mammendorf Präsenzunterricht stattfinden kann. "Durch Auslagerungen zum Beispiel auch in Sporthallen und Nutzung aller freien Räume ist es nach einem Umzugsmarathon möglich, die Corona-bedingten Auflagen wie die Einhaltung von Abstandsregeln überall zu erfüllen. Dies sei eine wichtige Regelung in der schweren Zeit. Tirza Quell sagte, dadurch sei sehr viel Platz für sportliche Aktivitäten geopfert worden, auf die man aus gesundheitlichen und sozialen Gründen nicht verzichtet werden dürfe. Gegen die von der Sozialdemokratin angemahnte "wahnsinnige Platzverschwendung" wandte Heckl ein, dass derzeit ohnehin kein Schulsport stattfinden könne und man nötigenfalls schnell reagieren könne, sollte Indoor-Sport wieder möglich sein.

Zudem sei die Schulturnhalle freigehalten worden, "nicht nur wegen des Sports", wie Heckl erklärte, sondern um Räumlichkeiten zu haben, bei Bedarf ein Impfzentrum für Hausärzte einrichten zu können. "Es gibt keine Entscheidung, nur Vorgespräche, aber wir sollten zumindest Platz dafür bereitstellen können, wenn es so kommen sollte", sagte der Bürgermeister, wenngleich es momentan nicht danach aussehe, dass eine schnelle Realisierung kommen könnte. Ob man so ein "Pop-up-Impfzentrum" nach den Lieferschwierigkeiten und der Aussetzung des Astra-Zeneca-Impfstoffes überhaupt noch brauche, sei fraglich, ergänzte CSU-Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Benjamin Miskowitsch.

© SZ vom 19.03.2021
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