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Familie:Zu wenig Personal, zu wenig Plätze

Auf Namenssuche: Für die Kindertagesstätte an der Alfons-Baumann-Straße in Germering soll eine eingängige Bezeichnung gefunden werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Die Stadt muss den Eltern von 284 Kindern absagen, die sich für Krippe oder Kindergarten angemeldet haben. Oberbürgermeister Andreas Haas hofft, dass sich die Lage bis Herbst verbessert

Momentan fehlen in Germering viele Plätze in Krippen und Kindergärten. Nicht alle angemeldeten Kinder im Alter bis sechs Jahre können untergebracht werden. Das zeigt der Bericht aus dem Sozialamt der Stadt, der am Donnerstag Mitgliedern des Stadtrats vorgelegt wurde. Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) betonte, er könne die Enttäuschung derjenigen Eltern verstehen, deren Kinder noch keinen Betreuungsplatz für den Herbst bekommen haben. Haas wies aber darauf hin, dass in den vergangenen Jahren viele Buben und Mädchen im Herbst einen Platz in Krippe oder Kindergarten erhalten hätten, die im Frühjahr noch ohne Zusage geblieben waren.

Laut Bericht aus dem für die Kindertagesstätten zuständigen Sozialamt haben 268 Kinder zum 1. September einen Platz in einem Kindergarten bekommen. Allerdings musste die Stadt den Eltern von 195 Kindern im Alter über drei Jahre absagen. Einen Krippenplatz haben 176 Buben und Mädchen bekommen, 89 Kinder im Alter unter drei Jahren konnten noch nicht berücksichtigt werden.

Vor allem die Knappheit an Erzieherinnen und Erziehern spiegelt sich in den genannten Zahlen wider. So können laut der Unterlagen aus dem Sozialamt derzeit 188 Kindergartenplätze sowie 29 Plätze in Krippen der Stadt nicht belegt werden, weil das nötige Personal fehlt. Zudem werden zwei Kindertagesstätten, die im Bau sind, nicht zum 1. September fertig. Bei den beiden Kindertagesstätten handelt es sich um eine Einrichtung in der Unteren Bahnhofstraße sowie eine Einrichtung in dem neuen Gebäude am Kleinen Stachus. Beide Kitas sollen noch in diesem Jahr öffnen. Sie bieten Platz für 75 Buben und Mädchen im Kindergartenalter sowie 50 Kleinkinder - vorausgesetzt, die beiden Träger, "Denkmit!" und "Infanterix", finden genügend Personal.

Der Stadt selbst ist dies zuletzt gut gelungen. So hat sie allein in der zu Beginn des Jahres übernommenen Kita an der Alfons-Baumann-Straße sechs neue Erzieherinnen einstellen können. In der Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses am Donnerstag gab es für diese Leistung der Verwaltung viel Lob aus den Reihen der Stadträte. Zwölf Personen arbeiten nun in der Baumann-Straße, zwei weitere sollen im Herbst hinzukommen, sagte Leiterin Lolita Lamping. Sie und ihr Team haben die Zeit der Notbetreuung genutzt, um die Kita entsprechend eines neuen Konzepts umzugestalten. Wenn die Kinder zurückkommen, werden sie neben Küche und Garten besondere Räume fürs Forschen, Kreativsein und Bewegen vorfinden. Nach der Zeit der Notbetreuung freuten sie und ihre Mitarbeiterinnen sich auf die Kinder, sagte Lamping. Momentan kümmern sich die Erzieherinnen um 32 Buben und Mädchen, vor der Corona-Krise waren es 75. Die Kita verfügt über 99 Plätze. Die wolle man nach Möglichkeit alle besetzen, hieß es aus den Reihen der Verwaltung. Voraussetzung ist freilich, dass es im Herbst genügend Personal in den städtischen Betreuungseinrichtungen gibt - und dass die dann gültigen Corona-Regeln das zulassen.

Um die Leiterinnen der Krippen und Kindergärten zu entlasten, beschlossen die Mitglieder des Jugend- und Sozialausschusses, ihnen für die Bewältigung der Verwaltungsaufgaben künftig vier - statt bislang zwei - Stunden pro Woche anzurechnen, in denen sie keine Betreuungsaufgaben übernehmen müssen. Oberbürgermeister Haas begründete die Änderung damit, dass die Verwaltungsaufgaben ständig mehr würden.

Einen neuen Namen hat die Kita in der Alfons-Baumann-Straße am Donnerstag noch nicht erhalten. Die Abstimmung über einen Vorschlag der Verwaltung wurde verschoben. Haas sagte, die markenrechtliche Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Erst wenn klar ist, dass der vorgesehene Name frei verfügbar ist, soll abgestimmt werden. Was das Markenrecht angeht, hat die Stadt vor Jahren schlechte Erfahrungen mit der Benennung eines Jugendzentrums gemacht.

© SZ vom 30.05.2020

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