Erneuerbare Energie in Gröbenzell:Mehr Strom von der Sonne

GRÖBENZELL: Feld nahe der Parkstraße

Abgelehnt: Die Wiese zwischen Bahnlinie und Parkstraße soll ohne Photovoltaikanlage bleiben.

(Foto: Leonhard Simon)

Gemeinde prüft Flächen und Dächer für Solaranlagen

Von Ariane Lindenbach, Gröbenzell

Prinzipiell begrüßen die Gemeinderäte in Gröbenzell Bemühungen der Gemeinde, auf einer freien Fläche Strom von der Sonne zu gewinnen. Den Zwickel zwischen Parkstraße, Bahnlinie und kleinem Ascherbach, den die Grünen nun in einem Antrag dafür vorgeschlagen haben, lehnt aber eine große Mehrheit ab. Stattdessen beschloss der Gemeinderat am Donnerstagabend mit 23 gegen drei Stimmen, dass die Verwaltung geeignete Alternativstandorte, bevorzugt im Gemeindebesitz, prüfen soll; auch die Dächer der gemeindlichen Gebäude sollen geprüft werden.

"Wir brauchen mehr Strom, weil die E-Mobilität kommt", und auch das Heizen mit elektrischen Kraft-Wärme-Pumpen künftig wesentlich häufiger vorkommen werde, begründet Energiereferent Walter Voit den Antrag seiner Partei. Auf die jüngste Hochwasserkatastrophe und das sich immer spürbarer wandelnde Klima verweisend sagt er: "Das war eine Katastrophe mit Ansage", Experten würden schon seit Jahren vor solchen Extremwetterlagen warnen. Auch wenn Gröbenzell nur wenig Fläche besitze, müsse wirklich alles getan werden, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Voit verweist darauf, dass die etwa 1,5 Hektar große Fläche in privatem Besitz nach den jüngsten Berechnungen fast vollständig im Überschwemmungsgebiet liegt und die aktuelle landwirtschaftliche Nutzung auch mit Solaranlagen weiter betrieben werden könne.

"Wenn man wenige Freiflächen hat, dann ist das nicht der idealste Standort, um Solaranlagen zu machen", befindet Peter Falk. Der Fraktionsvorsitzende der SPD gibt zu bedenken, dass Gröbenzell bekanntlich und im Unterschied zu den meisten anderen Gemeinden, beispielsweise denen im westlichen Landkreis, sehr wenig Fläche besitze. Dort oder entlang der B 471 halte er solche Anlagen für geeigneter. "Ich glaube, in Gröbenzell muss man andere Wege gehen. Und das sind die Dächer." Ergänzend schlug er vor, auf Landesebene auf die Staatsregierung Druck auszuüben, damit die Zehn-H-Regel wieder abgeschafft und die Solarpflicht für Neubauten eingeführt wird.

Auch Klaus Coy (FDP) ist skeptisch. "Das ist dann keine Landschaft mehr", argumentiert er, und spricht von vielen Firmenhallen mit großflächigen Dächern ohne Solaranlagen. Bevor man in Gröbenzell eine solche Grünfläche, noch dazu im Privatbesitz, mit einer Photovoltaikanlage bebaue, sollten erst die Dächer genutzt werden, findet er.

Brigitte Böttger (CSU) greift die Argumente ihrer Vorredner auf. Von ihr aus könne die Verwaltung gerne prüfen, ob auf der vorgeschlagenen Fläche eine solche Anlage realisiert werden könne. Zusätzlich sollte aber auch die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Dächer für die Sonnenenergie nutzen, erklärt die CSU-Gemeinderätin. Sie beantragt, den Prüfauftrag an die Verwaltung um die Dächer der kommunalen Liegenschaften, beispielsweise des Bürgerzentrums oder des Sozialdienstes zu erweitern. "Erst mal auf den Grundstücken schauen, die uns gehören", findet auch ihr Fraktionskollege Michael Schweyer. Und Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) zeigt ebenfalls wenig Begeisterung für eine PV-Anlage auf privatem Grund.

© SZ vom 24.07.2021
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