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Eichenau:Neubau mit Variationen

"Haus 37" soll fünf Stockwerke bekommen

Früher als gedacht hat sich der Gemeinderat Eichenau über den Neubau eines Gebäudes mit Bücherei und Volkshochschule (VHS) Gedanken machen können. Am Dienstagabend präsentierten Vertreter des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München in der Gemeinderatssitzung mehrere Varianten, wie das Grundstück an der Hauptstraße 37 bebaut werden könnte. Dabei kam bei den ersten Einlassungen von Gemeinderäten zu den Entwürfen heraus, dass ein fünfstöckiges Gebäude wünschenswert wäre.

Das "Haus 37", in dem derzeit die VHS untergebracht ist, gehört zu jenen Projekten, die der Gemeinderat in einer Sondersitzung vor Kurzem auf einer Prioritätenliste weit nach oben gesetzt hat. Es ist in die Jahre gekommen, so dass sich die Gemeinde als Eigentümerin die Frage stellen musste, ob es sich lohnt zu sanieren, oder es doch besser wäre neu zu bauen. Wie ein Neubau an der Ecke Hauptstraße und Parkstraße ausschauen könnte, darüber hat sich die Stadtplanerin und Architektin Kathrin Geßl vom Planungsverband Gedanken gemacht. Sie stellte am Dienstagabend insgesamt sechs Varianten vor, die ein mindestens vierstöckiges Gebäude an dieser Stelle vorsehen. Das Haus 37 hat derzeit drei Geschosse. Auch ein fünfstöckiger Bau könnte dort Platz finden, "ein markantes Bauteil an der Stelle", wie Geßl sagte.

Unterbringen will die Gemeinde dort die öffentliche Bibliothek, die sich im ersten Stock eines Hauses am Johanna-Oppenheimer-Platz befinden. Die Bücher und anderen Medien könnten im Erdgeschoss eines Neubaus an der Hauptstraße ausgeliehen werden. Darüber im ersten Stock könnte wieder die VHS einziehen. Sie hätte für ihre Aktivitäten mehr Platz als bisher. In den Etagen darüber hätten die Gemeinderäte gerne Wohnungen. Die Stellplatzfrage beantwortete die Planerin mit einer Tiefgarage, die je nach Größe und Situierung des Neubaus zwischen 25 und 28 Plätze hätte. Die Zufahrt würde bei allen Varianten neben dem Gebäude liegen und über die Parkstraße erschlossen. Auch vor dem Erdgeschoss könnten einige Parkplätze entstehen, führte Geßl aus.

Damit dort auch ein fünfgeschossiger Bau entstehen könnte, schlug Christian Schwander, Leiter einer Planungsgruppe beim Planungsverband, vor, ein "urbanes Gebiet" auszuweisen. Nach der Baunutzungsverordnung wäre in einem solchen Gebiet ein Nebeneinander von kultureller, sozialer und gewerblicher Nutzung sowie von Wohnungen möglich. Es ist eine ziemlich neue Kategorie im Baurecht und soll den Kommunen vor dem Hintergrund steigender Wohnungsnachfrage mehr Freiheiten bei der Planung geben.

Michael Wölfl (CSU) sprach sich dafür aus, den Bau "lieber höher zu entwickeln", Gertrud Merker (SPD) freute sich darüber, dass im Erdgeschoss die Bibliothek Platz finden könnte, und Bernd Heilmeier (FW) berechnete, dass in einer Variante der VHS 1300 Quadratmeter zur Verfügung stünden. Den Vorschlag von Celine Lauer (CSU), einen Dachgarten anzulegen, notierte die Planerin ebenso wie den Wunsch von Andreas Wendling (FW), der Neubau solle sich in den Altbestand integrieren. Bürgermeister Peter Münster (FDP) würdigte die Entwürfe als "eine durchaus beeindruckende Vorstellung".