Eichenau Auf und davon

"Das wollen wir mal sehen...", Debütalbum von Café Voyage, Walding Sound GmbH, 13,99 Euro.

(Foto: privat)

Eichenauer Band "Café Voyage" stellt ihr Debütalbum vor

Von Florian J. Haamann, Eichenau

Auf wie viele Arten kann man wohl das Gefühl der Sehnsucht beschreiben? Zumindest einmal in 14 verschiedenen Facetten, wie das Debütalbum der Eichenauer Band "Café Voyage" auf wunderbare Weise beweist. Denn alle Lieder der CD mit dem Titel: "Das wollen wir mal sehen", drehen sich um die Sehnsucht nach etwas: der Ferne, der Liebe, dem Frieden. Dafür greifen die drei Musiker Günther Renner, Marc Piri und Maria Friedrich auf ein schier endlos wirkendes Reservoir von Instrumenten und stilistischen Einflüssen zurück, auf eigene und fremde Texte und Melodien - und das in fünf Sprachen: Deutsch, Bairisch, Englisch, Italienisch und Französisch.

Schon der erste Titel: "Ich kann dir nicht erklären, wie Schokolade schmeckt", weckt große Sehnsucht. Zu funkigen Gitarrenklängen nimmt Sänger Günter Renner den Hörer mit auf eine kleine Weltreise von New York über Bombay bis nach Berchtesgaden. Mit Zeilen wie: "Ich kann dir nicht erklären, wie Schokolade schmeckt / Du musst ein Stückchen kosten und genießen", möchte er durch das Bild der süßen Verführung die Abenteuerlust anregen. Mit "Auf und davon", einer Coverversion von Paolo Contes "Via con me", wird dieses Gefühl dann weiter angeheizt. "Was hält dich denn hier wirklich fest / auch die schönen Lügen nicht! Auf und davon, dorthin wo uns niemand kennt / wo der Wein wie Fusel brennt", heißt es da und spätestens danach kann sich niemandem mehr dem Fernweh entziehen, das Renner antreibt.

Der Bandgründer ist im Landkreis kein Unbekannter. Mit "Dem Renner seine Band" hat er drei CDs veröffentlicht und war regelmäßig im Landkreis zu hören. Auch die neue Formation "Café Voyage", die bereits seit 2014 zusammenspielt, sind bereits häufiger hier aufgetreten. Begleitet wird Renner, der auch Gitarre spielt, vom Egenhofener Marc Piri, der gleich mehrere Instrumente beherrscht und mit seiner Stimme unzugehen weiß, und von der Münchner Cellistin und Berufsmusikerin Maria Friedrich, die auf der CD immer wieder auch mit eindrücklichen Soli glänzt.

Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Chansons und modernen Singer/Songwriter-Titeln. Mal klingt Renner wie Reinhard Mey, etwa in "Pleite", mal ein wenig wie Charles Aznavour. Getreu ihrem Namen geben die Musiker ihren Liedern dabei aber stets einen internationalen Anstrich, sei es durch den Einsatz von Mandoline oder Banjo oder durch Tango- und Jazzmelodien. Ganz ruhig dagegen wird es in "Unterwegs", bei dem Renner zu einer einfachen Gitarrenbegleitung gefühlvoll ein melancholisch-hoffnungsvolles Gedicht vorträgt.

"Das wollen wir mal sehen" ist dabei ein Album, dass nicht von unerfüllbarer Sehnsucht erzählt, sondern eines, das Hoffnung und Mut macht und den Hörer fast schon dazu drängt, seinen Träumen hinterher zu jagen. Genau das richtige also für gemütliche Winterabende.