Depotsuche Standortfrage

Im nächsten Jahr will das Bauernhofmuseum Jexhof über ein endgültiges Depot für seine Sammelstücke entscheiden. Bis dahin wird in den Übergangslagerhallen in Unterschweinbach noch fleißig ausgemistet

Von Heike A. Batzer

Das Bauernhofmuseum Jexhof bei Schöngeising mistet aus: Ein Großteil der an verschiedenen Stellen untergebrachten Museumsstücke, die sich nicht in der Dauerausstellung befinden, wurden mittlerweile in zwei im Juli 2017 als Zwischendepot angemietete Hallen in den Egenhofener Ortsteil Unterschweinbach gebracht. Dort werden sie gesichtet, inventarisiert oder aussortiert. Möglicherweise kann aus dem Zwischendepot auch ein endgültiges Depot werden. Mit den Räumen in Unterschweinbach sei man "relativ glücklich", sagte nun der zuständige Referatsleiter im Landratsamt, Günter Sigl, in der Sitzung des Kreiskulturausschusses. "Die Frage ist, ob der Platz ausreicht."

Kreiskulturreferentin Christina Claus (Grüne) ist sich da nicht so sicher, ob die Räumlichkeiten für ein künftiges Depot genügen. Allerdings mache man beim Aussortieren "unglaubliche Fortschritte", sagte sie und lobte die Räume: "Das ist ein Depot, in dem man arbeiten und sortieren kann." Bis Ende nächsten Jahres sind die beiden Hallen in Unterschweinbach angemietet. Museumsleiter Reinhard Jakob, der nicht in der Sitzung zugegen war, hält die Entscheidung darüber, wo die zum Bauernhofmuseum gehörenden Objekte künftig aufbewahrt werden, für "völlig offen", wie er der SZ auf Nachfrage sagte. Mitte nächsten Jahres werde es eine Empfehlung geben, ob das Depot in Unterschweinbach dauerhaft dafür geeignet ist oder ob ein Neubau notwendig wird.

Weil der Jexhof zu wenig Lagerplatz hat, wird seine Sammlung deutlich verkleinert.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Das Jexhof-Museum, das in diesem Jahr mit dem Heimatpreis Oberbayern ausgezeichnet wurde, hatte bislang eine umfangreiche Sammlung mit 17 000 Objekten in seinem Besitz, aber viel zu wenig Lagerplatz. Die Objekte waren in insgesamt 15 verschiedenen, teilweise viel zu engen Depots untergebracht, unter anderem auf dem Dachboden des Museums oder in einem alten Schuppen in Kottgeisering, in dem beinahe 100 größere Objekte fast drei Jahrzehnte gelagert wurden. Weil längst nicht alle Objekte in der Ausstellung gezeigt oder auch aufgehoben werden können, wird jetzt aussortiert. Christina Claus, Kreisheimatpfleger Toni Drexler und Wolfgang Kleinknecht vom Jexhof-Förderverein bilden ein sogenanntes Deakzessionsgremium, das über Verbleib in der Sammlung oder Abgabe der Objekte entscheidet. 227 Objekte wurden 2018 aussortiert. Diese Objekte wurden, falls sie die ehemaligen Eigentümer nicht zurückhaben wollten, über die Internetseite des Bauernhofmuseums, aber auch über Anschreiben an andere Museen, Vereine oder Sammler zur Übernahme angeboten. Einige Bodenbearbeitungsgeräte übernahm das Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren bei Memmingen.

Die verbliebenen Objekte, die mehrfach vorhanden oder in nicht mehr einwandfreiem Zustand sind, wurden auf zwei eigens im Depot veranstalteten Flohmärkten angeboten, die auf großes Interesse stießen, 4230 Euro einbrachten und erstmals auch einen Blick in das Zwischendepot gestatteten. Objekte, die keinen Abnehmer fanden oder finden, werden entsorgt. Im nächsten Jahr sollen weitere Objekte auf diese Weise abgegeben werden. Dann soll auch das bisherige Depot im statisch bedenklichen Traktorstadl des Jexhofs geräumt werden, außerdem werden Bauteile wie Türen oder Fenster zum Aussortieren nach Unterschweinbach gebracht, danach erfolgt das Aussortieren der Zuggeschirre.

Auch größeres Gerät aus den Jexhof-Beständen ist bei den beiden Flohmärkten im Unterschweinbacher Depot angeboten worden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Bis Mitte 2019 soll eine Empfehlung darüber vorliegen, wie ein endgültiges Depot aussehen könnte und wie groß es sein muss. Zuletzt waren die Besucherzahlen am Jexhof zurückgegangen. 2017 - als das Bauernhofmuseum sein 30-jähriges Bestehen feierte - kamen 21 000 Besucher und damit 20 Prozent weniger als noch 2016. Der Landkreis wendet derzeit jährlich etwa 700 000 Euro für den Jexhof auf, lediglich knapp 100 000 Euro kann das Museum über Einnahmen selbst generieren. Klar ist den Betreibern deshalb, dass das Museum seine Ertragsseite steigern und für Besucher attraktiver werden muss. Eine eigens in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie schlägt vor allem zwei Lösungen für die Jexhof-Gastronomie vor: eine große mit einem Gastro-Neubau außerhalb des Museumsgebäudes und eine kleine, bei der die Bewirtung wie bisher im Eingangsbereich bleiben soll. Eine Entscheidung darüber gibt es noch nicht.