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Corona in Fürstenfeldbruck:Landratsamt baut Kontaktermittler-Team aus

Neue Mitarbeiter

Feierten gemeinsam: Die alten und neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Kontaktpersonen-Nachverfolgung.

(Foto: LRA Fürstenfeldbruck)

Sechs neue Mitarbeiter sollen helfen, die Menschen zu ermitteln, die mit Corona-Infizierten in Verbindung stehen

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck baut das Team für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen weiter aus. Die Einheit ermittelt Personen, die sich durch den engen Kontakt mit Corona-Infizierten möglicherweise ebenfalls mit dem Virus angesteckt haben. Dafür wurden nun sechs neue Mitarbeiterinnen eingestellt, weitere sollen folgen.

Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermitteln die sogenannten "Kontaktpersonen der Kategorie 1" (KP 1) von positiv auf das SARS-Cov-2-Virus getesteten Personen im Landkreis. Die Kontaktpersonen-Nachverfolgung ist ein Kernelement der Bayerischen Staatsregierung zur Eindämmung der Pandemie. Bayernweit kümmern sich darum sogenannte "Contact-Tracing-Teams " (CTT). Ein CTT unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die Kontakte von positiv auf das SARS-Cov-2-Virus getesteten Personen nachzuvollziehen, enge Kontaktpersonen zu identifizieren, diese zu isolieren sowie während der Quarantäne zu begleiten.

Zu Beginn der Pandemie erfolgte die Nachverfolgung der Infektionsketten durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Da dies aufgrund der rapide steigenden Infektionszahlen bald nicht mehr möglich war, wurde das schon seit Ende Januar mit der Corona-Krise befasste Stammpersonal des Gesundheitsamts zunächst durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes bei der Ermittlung unterstützt.

Mitte April wurde entschieden, dass das Kontaktpersonen-Management fortan nach Vorbild des Landkreises München-Land im dezentralen System unter Einbindung der Kommunen erfolgen soll. Zeitgleich kam auch die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung, dass die Kommunen und Landratsämter fortan durch Beschäftige der Verwaltung des Freistaats unterstützt werden. Am 27. April starteten die Städte und Gemeinden im Landkreis die Kontaktpersonen-Nachverfolgung mit 20 kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vor Ort unterstützt wurden durch 22 Anwärterinnen und Anwärter der Bayerischen Finanzverwaltung sowie durch zwei Referendarinnen aus der Bauverwaltung des Freistaats. Mittlerweile wurde für das CTT ein neuer Sachbereich am Landratsamt eingerichtet, durch den die Kontaktpersonennachverfolgung zentral und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt erfolgt.

Seitdem wurden insgesamt 497 KP 1 ermittelt. Dies geschieht durch telefonische Kontaktaufnahme mit den Covid-19-Infizierten sowie deren möglichen Kontaktpersonen. Durchschnittlich benötigt das CTT pro Anruf etwa 15 bis 20 Minuten - ganz unabhängig davon, ob es sich schlussendlich um eine KP 1 handelt oder nicht. Ziel ist es, die engen Kontakte eines Infizierten schnellstmöglich zu ermitteln und gegebenenfalls die Quarantäne anzuordnen, sodass die Verbreitung des Virus erfolgreich eingedämmt wird. Der Anspruch ist es, innerhalb von 24 Stunden alle KP1 zu ermitteln und zu isolieren. Dass die täglichen Infektionszahlen im Landkreis zurückgehen, ist also auch dem Einsatz der CTTs zu verdanken.

Nachdem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen, die Anwärterinnen und Anwärter sowie die Referendarinnen in den vergangenen drei Monaten das Contact-Tracing-Team bildeten, steht nun der Übergang zu einer längerfristigen Lösung an und das Landratsamt übernimmt diese Aufgabe.

Durch die Regierung von Oberbayern werden für das Landratsamt insgesamt 15 vorerst bis 30 Juni 2021 befristete Stellen zur Verfügung gestellt. Je nach Verlauf der Pandemie besteht die Option der Verlängerung bis zum 31. Dezember 2021. Nachdem die ersten sechs Mitarbeiterinnen ihren Dienst im Landratsamt angetreten haben, können die Anwärterinnen und Anwärter der Finanzverwaltung sowie die beiden Referendarinnen der Bauverwaltung nach der Einarbeitungsphase der neuen Kolleginnen und Kollegen wieder in ihre Ausbildung zurückkehren.

Bisher konnten für das neue CTT-Team insgesamt zehn Mitarbeiterinnen gewonnen werden, die bis zum September ihre Arbeitsstelle im Landratsamt antreten werden. Das Landratsamt ist sehr daran interessiert, die noch offenen Stellen zu besetzen. Für die Stellen ist keine Vorbildung notwendig. Voraussetzung sind vielmehr gute Umgangsformen, ein höfliches Auftreten und die Bereitschaft, sich offen auf das Thema einzulassen. Eine Einarbeitung erfolgt durch die Kolleginnen und Kollegen vor Ort sowie durch Onlineschulungen. Initiativbewerbungen sind über das digitale Bewerberportal des Landratsamtes Fürstenfeldbruck möglich.

© SZ vom 07.08.2020 / sz

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