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Christstollen-Test:Süße Prüfung

Scheibe für Scheibe testet sich Prüfer Manfred Stiefel durch die 26 Stollen, die die Bäckereien mitgebracht haben.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Sechs Bäckereien aus dem Landkreis lassen ihre Stollen testen. Gut die Hälfte bekommt von Prüfer Manfred Stiefel die Bestnote

Wo es sonst um Geld geht, duftet es an diesem Donnerstagvormittag nach Hefegebäck, Butter und Vanille: Im Foyer der Sparkasse testet ein Sachverständiger des Bäckerhandwerk Weihnachtsstollen von Bäckereien aus dem Landkreis. Bei der freiwilligen Qualitätsprüfung machen die Bäckereien Drexler, Nau, Wimmer, Schmitt, Reicherzer und Rackls Backstubn mit.

Sie hatten jeweils mehrere Stollen eingereicht: Butter- und Mandelstollen, Nuss- und Mohnstollen. Für Prüfer Manfred Stiefel, seit 13 Jahren im Geschäft, ist die Prüfung des Festgebäcks immer etwas Besonderes. Von 26 geprüften Stollen erhielten 14 dieses Jahr die Bestnote sehr gut - etwa mehr als die Hälfte der Stollen war also komplett fehlerfrei. Neun bekamen die Note gut, lediglich drei wurden nicht prämiert.

"Auch die nicht prämierten schmecken nicht schlecht", versichert Stiefel. Doch es sei leicht, Punkte zu verlieren. Bei 100 Punkten geht es los - dann werden in jeder Kategorie für jeden Fehler Punkte abgezogen. Meistens handele es sich nur um kleine Schönheitsfehler, sagt Stiefel. Form und Aussehen werden zunächst bewertet: Die Eigenschaften der Kruste, das Krumenbild, die Struktur - dazu gehören die möglichst gleichmäßige Verteilung der Füllung und das Verhältnis der Früchte. Der Teig soll möglichst locker sein. Es folgt der Geruchstest und dann geht es im letzten Schritt um den Geschmack - je saftiger, desto besser ist der Stollen. Um das beurteilen zu können, sei manchmal noch ein zweiter Bissen nötig, sagt Stiefel.

Der Tester schwört selbst auf den altbewährten Butterstollen, doch die Vielfalt der Weihnachtsbackkunst wird immer größer - bis hin zu Kreationen wie Kokosstollen, Amarettostollen oder Karibikstollen. Derart exotische Gebäcke sind in Fürstenfeldbruck nicht geboten, die getesteten Bäcker bleiben bisher bei den traditionellen Zutaten Mandeln, Mohn, Trockenfrüchte und Nüsse. Auch wenn es traditionelle Grundrezepte gibt, schmecken die Stollen jeder Bäckerei ein bisschen anders. Das macht die Qualitätsprüfung interessant: "Es soll ja kein Einheitsbrei sein", sagt Stiefel.

Wenn er bei der Prüfung kleine Fehler entdeckt, gibt er den Bäckern Tipps, wie sie es besser machen können. Zu Beginn der Adventszeit sei ja noch etwas Zeit, an den Rezepten zu feilen. "Der Stollen gehört zu Weihnachten einfach dazu", findet Werner Nau, Obermeister der Bäckerinnung. Deshalb wird zum Einläuten der Adventszeit im Eingangsbereich der Sparkasse die Stollenauswahl Besuchern günstig und für einen guten Zweck angeboten. Wer das versäumt hat, kann sich in den Bäckereien durchprobieren.