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Althegnenberg:Bürgerentscheid bahnt sich an

Das alte Hörbacher Feuerwehrhaus ist marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

503 Unterschriften gegen neues Hörbacher Feuerwehrhaus

In den letzten Monaten seiner Amtszeit muss Althegnenbergs Bürgermeister Paul Dosch von der (Bürgerinitiative/BI) wohl noch einen Bürgerentscheid abwickeln. Mitte Dezember hatte der Gemeinderat mit dem denkbar knappen Ergebnis von 7:6 Stimmen beschlossen, auf einem freien Grundstück in Hörbachs Ortsmitte ein neues Feuerwehrhaus zu errichten und die Jugendhütte zum Gebäude zu verschieben. Daraufhin hatten die Gegner 503 Unterschriften gesammelt, die vergangenen Freitag in der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf abgegeben wurden. Innerhalb eines Monates muss nun im Gemeinderat nach Prüfung der Zulässigkeit über die Einleitung eines Bürgerentscheides abgestimmt werden.

"Gut 160 Unterschriften (zehn Prozent der Wahlberechtigten) hätten schon genügt", freut sich Gemeinderätin Marianne Dunkel (SPD) über die unerwartet große Unterstützung in allen Ortsteilen. Die Gegner setzen sich für eine "große Lösung" ein und wollen die Wehren von Althegnenberg und Hörbach unter ein Dach bringen, da das Feuerwehrgebäude in Althegnenberg ebenso marode und beengt ist wie das in Hörbach und dort auch ein Neubau angestrebt wird. "Beide Wehren können auch in einer gemeinsamen Feuerwache selbständig bleiben", so Marianne Dunkel. Die Frage an die Bürger soll daher lauten: "Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Althegnenberg ein gemeinsames Feuerwehrgerätehaus mit Standort im Ortsteil Althegnenberg für die beiden Feuerwehren aus Althegnenberg und Hörbach erstellt?"

Als Begründung wird angeführt, dass bei einem gemeinsamen Bau und durch die geringeren Betriebskosten Steuergelder gespart würden. Zudem wolle man die Weichen für eine zukunftsorientierte Gemeinde-Feuerwehr stellen, eine unnötige Flächenversiegelung vermeiden und die mit Steuergeldern durchführten Maßnahmen zur Dorferneuerung wie zum Beispiel die Renaturierung des Sandbrunnenbaches und den Grünbereich in der Ortsmitte von Hörbach erhalten. Marianne Dunkel fürchtet auch, dass das neue Gebäude gefährdet sein könnte, wenn der Sandbrunnenbach über die Ufer tritt. Angezettelt hat das Bürgerbegehren Grundstücksnachbar Anton Kistler, da seinen Wünschen nach einer Verkleinerung des Baukörpers nicht entgegengekommen wurde. Er hatte vor der Sitzung, in der der knappe Gemeinderatsbeschluss für die Planung gefasst worden war, dies deutlich angekündigt. Als Mitverantwortliche haben Altbürgermeister Reiner Dunkel und Regina Schlegtendal den Antrag auf Einleitung eines Bürgerentscheides unterzeichnet. Die von der Gemeinde eingereichte Planung für das neue Feuerwehrhaus ist noch nicht genehmigt. Die Feuerwehr in Hörbach ist allerdings strikt gegen ein gemeinsames Feuerwehrhaus.

Die Mehrheit der Hörbacher Freiwilligen unterstützt die Genehmigungsplanung und will nicht noch weiter zuwarten, bis endlich eine Lösung gefunden ist. Eine Liebeshochzeit zwischen den beiden Feuerwehren werde es nicht geben, hatte unlängst Feuerwehrreferent Klaus Westner (BI) gewarnt. Ein gemeinsames Haus wäre wie eine Zwangsehe, und die würde nicht funktionieren. Die vom ortsansässigen Helmut Hilscher junior erarbeitete Planung sieht einen Neubau auf dem Grundstück vor, das derzeit als naturnahe Grünfläche gepflegt wird. Der Baukörper soll ganz in den Süden des Grundstückes geschoben werden um die nötigen Zufahrten zu ermöglichen. Um Lagerflächen weiterhin nutzen zu können, soll das bestehende Feuerwehrhaus nur zum Teil abgerissen und in einen neuen Anbau erweitert werden. Die Jugendhütte soll an das restliche alte Feuerwehrhaus im Süden verlegt werden, um schließlich mehr Platz für die Zufahrt zu haben.

© SZ vom 28.01.2020
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