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Führung:Die Spuren lesen lernen

Gedenkort Wiesenattentat 1980 in München, 2016

Station auf dem Stadtrundgang: Das Denkmal auf der Theresienwiese erinnert ans Oktoberfestattentat.

(Foto: Stephan Rumpf)

Eine Führung zu den Orten rechter Gewalt und ziviler Proteste will sich mit Vergangenheit auseinandersetzen, statt an ihr vorbei zu gehen.

Von Cora Wucherer

Meist sieht man es einer Straße oder einem Platz nicht an, was hier passiert ist. So eilt man achtlos vorbei, ohne zu ahnen, dass hier in der Vergangenheit extreme Rechte Attentate oder Anschläge verübten. Ein Stadtrundgang lädt dazu ein, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen: In einer zweistündigen Tour von "Stadtreisen München" folgen Interessierte den Spuren rechter Gewalt, aber auch denen des zivilen Protests. An der Diskothek Broadway, die 1984 zur Zielscheibe eines Anschlags wurde, in der Schillerstraße 11a, beginnt der Rundgang. Weiter geht es über das DGB-Haus und Eine-Welt-Haus zum Denkmal für das Oktoberfestattentat auf der Theresienwiese. Im Westend, am Denkmal für den vom NSU ermordeten Theodoros Boulgarides, liegt der Schlusspunkt. Nicht nur die offensichtlichen Erinnerungsstätten der Stadt, sondern auch die auf den ersten Blick unscheinbaren Orte in ganz München zeigen: Rechte Gewalt war und ist kein Einzelfall. Bei der Führung werden der geschichtliche Hintergrund der Attentate und Gewalt erläutert, die Ideologie der Täter erklärt und die Plätze des Protests gegen die Verbrechen gezeigt. Eine vorherige Anmeldung ist nötig. Die Teilnahme kostet 13 Euro, ermäßigt 11.

Rechte Gewalt, ziviler Protest, Stadtrundgang, Mo., 28. Sep., 18 Uhr, Sa., 24. Okt., 14 Uhr, Sa., 14. Nov., 14 Uhr, Treffpunkt Schillerstr. 11 a, Telefon 54404230, Anmeldung unter www.stattreisen-muenchen.de

© SZ vom 24.09.2020

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