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Eching soll schöner werden:Lebenswert und gemütlich

Auch die Schule an der Danziger Straße hat jetzt eine eigene Bank.

(Foto: Marco Einfeldt)

Echinger Firmen und Vereine haben Bänke selbst gezimmert oder von Künstlern schaffen lassen. Sie werden an verschiedenen Orten der Gemeinde aufgestellt

Von Alexandra Vettori, Eching

Wochenlang waren sie gehütet worden wie Augäpfel, bewacht von den Männern des Bauhofs, verhüllt mit weißen Plastikplanen. Am Samstag standen die Bänke dann auf dem Bürgerplatz, um feierlich enthüllt zu werden. Viele Echinger waren gekommen, handelt es sich bei der Aktion "Gut sitzen in Eching" doch um einen Akt gemeinschaftlichen Handelns. Vereine, Gruppen und Firmen haben Bänke gebaut oder bauen lassen, individuell gestaltet, für die Allgemeinheit.

Die zwölf neuen Sitzmöbel werden im Ort verteilt, auf dass jeder darauf Platz nehme. Angestoßen hat die Aktion das Echinger Kulturforum, und dessen Vorsitzende, Sybille Schmidtchen, ließ bei der Enthüllung keine Zweifel daran aufkommen, dass dies nur der erste Streich war.

Die Verschönerung des Ortsbildes ist das primäre Ziel der Aktion. Doch genauso gehe es darum, so Schmidtchen, "dass sich die Bürger mit dem Ort identifizieren, ein Wir-Gefühl entsteht". Ideen, wie es weiter gehen könnte, lieferte sie mit: etwa mit "originellen Radständern oder fantasievollen Müllbehältern". Der Vandalismus, der in der Planungsphase von Kritikern befürchtet worden war, sei ein Totschlagargument, so Schmidtchen, "aber wenn wir uns immer damit kommen, dann brauchen wir gar nichts mehr machen".

In dasselbe Horn stieß Bürgermeister Sebastian Taler. Als im Vorfeld Bedenken wegen der Sicherungspflicht geäußert wurden, "war das für mich damals ein Aha-Effekt, worüber man als Bürgermeister alles nachdenken kann". Im übrigen, fügte er hinzu, "gibt es ja schon Bänke, an denen man sich verletzen könnte".

Zwölf Bänke, die kürzlich enthüllt wurden, sollen an verschiedenen Plätzen in Eching zum Verweilen einladen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Enthüllung unter Fanfarenklängen

Als es unter Fanfarenklängen an die Enthüllung der zwölf Sitzmöbel ging, standen die Sponsoren parat und stellten ihre Bänke und deren Namen vor. Die Freisinger Bank etwa hatte den Dietersheimer Holzbildhauer Ludwig Loibl beauftragt, eine robuste Holzbank mit Schnitzereien zu schaffen, "Lebenswerte", so heißt sie. Die Landfrauen präsentierten ihr Geschenk für die Bevölkerung in Holzoptik, wenn auch eher in klassischem Stil und mit dem Namen "Gmiatlichkeit". Eine "Turnbank" kam vom SC Eching, mit gelb gestrichenen Metallbeinen und Holz, der Verein "Kind im Focus" steuerte eine originelle Holzsstapelbank bei, die eine Künstlerin schuf. Sogar zwei "Mitfahrbänke" waren dabei, gestiftet von Rainer Mittelstrass, Inhaber der Schreinerei Kuffner. Die beiden Sitzmöbel werden an der Straße zwischen Eching und Dietersheim stehen, jeweils am Ortsausgang, und wer darauf Platz nimmt, signalisiert, dass er gerne von einem vorbei kommenden Auto mitgenommen werden möchte. Corinna Enßlin und Nisrin demonstrierten mit Fahrrad und Anhänger, wie das gehen könnte.

Weil Sponsoring für den Einzelnen eine teure Angelegenheit ist, gibt es die Bankpatenschaft. Alexander Friess, Zweiter Vorsitzender des Kulturforums, hat etwa 150 öffentliche Sitzbänke im Ort fotografiert und katalogisiert, vielen von ihnen täte eine kleine Schönheitskur gut. Wer sich um eine Bank kümmern möchte, kann sich an ihn wenden (0 89/3 19 64 66).

© SZ vom 30.04.2018/beb
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