Auftakt in Freising:Mit Lampenfieber in die neue Saison

Lesezeit: 3 min

Auftakt in Freising: Proben für die ersten Vorstellungen: Hermann Schmidt-Feraro mit seinen Ponys.

Proben für die ersten Vorstellungen: Hermann Schmidt-Feraro mit seinen Ponys.

(Foto: Johannes Simon)

Der Circus Universal Feraro freut sich auf die ersten Vorstellungen in diesem Jahr. Der Familienbetrieb hofft, dass er mit einem blauen Auge aus der Corona-Krise kommt.

Von Benedikt Reiss, Freising

Fahrzeuge und Zelte stehen schon in der Luitpoldanlage bereit - Zelte für Manege und Tiere sowie die Unterkünfte. Jetzt fehlen nur noch die Gäste. Von Freitag an startet der "Circus Universal Feraro" in Freising mit Vorstellungen nach dem Motto "The Show Must Go On" in die neue Saison.

Nach fast zwei Jahren Corona-Pause hoffen die vier Zirkusfamilien, insgesamt 21 Personen, dass wieder einmal eine normale Tour möglich sein wird. "Von Freising soll es über Garching, Neufahrn und Erding bis nach Ebersberg und Landau an der Isar gehen", sagt Zirkusdirektor Hermann Schmidt-Feraro. Am Freitag ist in Freising die erste Vorstellung dieser Saison. "Wir haben große Vorfreude, aber auch Lampenfieber, nach zwei Jahren mit sehr wenigen Vorstellungen wieder in der Manege zu stehen", erzählt Schmidt-Feraro. "Beim Aufbau des großen Zeltes haben wir als Zirkusfamilie ein gutes Gefühl und Hoffnung verspürt."

Auftakt in Freising: Messerwerfer Carlos hat noch nichts verlernt, Schwester Mandy vertraut ihm.

Messerwerfer Carlos hat noch nichts verlernt, Schwester Mandy vertraut ihm.

(Foto: Johannes Simon)

Die Hoffnung auf erfolgreiche Monate, denn der Zirkus Feraro hatte es sehr schwer in den vergangenen zwei Jahren. Nur aufgrund von zahlreichen Helfern während einer langen Zeit fast ohne Auftritte gibt es den Zirkus nach wie vor. "Wir wollen uns im Namen unserer ganzen Truppe bei unseren vielen Unterstützern bedanken", sagt Hermann Schmidt-Feraro. "Ohne diese Geld- und Futterspenden wäre es dem Zirkus nicht gut ergangen, da wir vom Staat keine Unterstützung erhalten haben. Zirkusse sind die Vergessenen", stellt er fest. Durch die Hilfsbereitschaft der Menschen aus dem Landkreis gehe es den Tieren soweit gut, auch wenn ihnen die Zeit in der Manege gefehlt habe. Auch sie freuten sich auf die kommende Saison.

Genau wie Schmidt-Feraro, der trotz aufgenommener Kredite und verletzungsbedingter Ausfälle in der eigenen Familie ganz auf die kommende Saison setzt. "Den Zirkus geben wir nicht auf", sagt er bestimmt und begrüßt den Wegfall der Corona-Maßnahmen mit den bisherigen Personenbeschränkungen im Zelt. Dennoch ist er nicht sicher, ob es für zu viele Lockerungen nicht zu früh sei. So könnten alle Besucherinnen und Besucher freiwillig Maske tragen. "Geht diese Saison wieder verfrüht zu Ende, gehen einige Unternehmen, auch der Circus Feraro, den Bach runter", befürchtet Schmidt-Feraro.

Auftakt in Freising: Für seine Lasso-Nummer probt Miguel in der Manege.

Für seine Lasso-Nummer probt Miguel in der Manege.

(Foto: Johannes Simon)

Doch "Menschen wollen wieder unter Menschen", vermutet er. Das gelte auch für den Zirkus und so rechnet er mit deutlich volleren Zelten als im vergangenen Jahr. Teilweise habe man Vorstellungen absagen müssen, weil nur 25 Besucher kommen wollten. Trotz stark gestiegener Preise für Sprit und Heizöl hält der Zirkus an seinen Eintrittspreisen fest - mit Blick auf die Menschen, die finanziell ebenfalls schlecht durch die Krise gekommen sind, wie Schmidt-Feraro sagt.

Für 600 Besucherinnen und Besucher wird das Zelt bestuhlt. Hohe Erwartungen setzt der Zirkusdirektor vor allem in die Weihnachtszeit. "Wir hoffen darauf, einen Weihnachtszirkus mit Weihnachtsflair, Glühwein und Basar in Freising veranstalten zu können", sagt er zu den weiteren Plänen. Dazu müsse aber der Heizölpreis wieder sinken, "weil die Beheizung des Zeltes sonst zu teuer ist".

Auftakt in Freising: Auch sie gehören zur Zirkusfamilie.

Auch sie gehören zur Zirkusfamilie.

(Foto: Johannes Simon)

"Wenn die geplanten Termine für diesen Sommer alle gut besucht sind und auch einige Auftritte im Winter hinzukommen, haben wir als Circus Feraro eine Chance, mit nur einem blauen Auge aus der Corona-Krise zu kommen", sagt Direktor Schmidt-Feraro. Deshalb blickt er mit großen Hoffnungen, aber auch gewissem Bangen auf die kommenden Vorstellungen.

Der Circus Universal Feraro bietet laut Hermann Schmidt-Feraro "Zirkus zum Anfassen" und bis Montag, 18. April, in Freising in der Luitpoldanlage zu Gast. Vorstellungen zu ermäßigten Preisen finden am Donnerstag, 14. April, jeweils von 18 Uhr an statt. Montag, 11. April sowie 16., 17. und 18. April, beginnen sie bereits um 15 Uhr. Montags zahlen auch Eltern Kinderpreise. Vom 27. Mai bis zum 6. Juni ist der Zirkus in Erding auf dem Volksfestplatz zu Gast. In Wartenberg gibt er höchstwahrscheinlich vom 10. bis zum 13. Juni Vorstellungen. Kartenvorverkauf und Tierschau täglich von 10 bis 13 Uhr. Bei Fragen kann man den Circus Feraro unter der Telefonnummer 01 60/650 01 75 oder www.circus-feraro.de erreichen.

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