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Windkraft im Landkreis Freising:Neue Rekorde aufgestellt

Bürger-Windrad

Einst heftig umstritten, jetzt auf Erfolgskurs, das Bürgerwindrad bei Kammerberg. Wegen der vielen Stürme hat es in diesem Jahr schon über drei Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt.

(Foto: Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land)

Das Bürger-Windrad und die BEG-Solaranlagen ziehen eine positive Bilanz für das erste Quartal 2020

Das Bürger-Windrad und die Solaranlagen der "Bürger Energie

Genossenschaft Freisinger Land eG" (BEG) haben im ersten Quartal 2020 neue Rekorde aufgestellt. Unter anderem dank der Sturmtiefs Sabine und Bianca wurde beim Bürger-Windrad nahe Kammerberg in den ersten drei Monaten des Jahres eine Rekord-Strommenge von 3 085 080 Kilowattstunden erzeugt. Damit wurde das bisher beste Ergebnis aus dem vergangenen Jahr um 9,6 Prozent übertroffen, wie die BEG meldet. Die Erzeugung in den ersten drei Monaten diese Jahres entspreche bereits annähernd der Hälfte der Jahresprognose von 6 200 000 Kilowattstunden.

Großen Anteil an dem Rekord hat der diesjährige Februar, das Bürger-Windrad erzeugte allein in diesem Monat mehr als 1,3 Millionen Kilowattstunden Strom und steigerte damit seinen bisher höchsten Monatsertrag um mehr als elf Prozent - laut BEG auch wegen der Sturmtiefs Sabine und Bianca. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 152,6 Stundenkilometern auf Nabenhöhe von 149 Metern habe Sabine alle seit 2015 gemessenen Windgeschwindigkeiten am Windrad um neun Stundenkilometer überschritten. Auch die Sicherheitsvorkehrungen am Windrad funktionieren, wie aus der BEG-Mitteilung hervorgeht: In der Zeit mit den stärksten Sturmböen habe sich das Windrad wegen zu hoher Windgeschwindigkeiten abgeregelt und sei danach auf Volllast weitergelaufen. Davon abgesehen sei die Anlage im Februar durchgelaufen und habe in dem Monat den Strombedarf von etwa 12 000 Personen gedeckt.

Im März hätten sowohl die Bürger-Photovoltaikanlagen sowie wiederholt das hohe Stromerträge erzeugt, meldet die BEG weiter. Wegen des milden Winters hätten alle Photovoltaikanlagen im Landkreis im Winterhalbjahr viel Strom erzeugt, "weil die ansonsten übliche mehrwöchige dauerhafte Schneedecke fehlte". Dieses Phänomen eines völlig schneefreien Winters werde durch den Klimawandel in unserer Region in Zukunft häufiger vorkommen, ist die BEG überzeugt.

In ganz Deutschland seien erneuerbare Energien im ersten Quartal 2020 der wichtigste Stromerzeuger gewesen, berichtet die Genossenschaft weiter. Erstmals sei aus diesem Sektor in einem Quartal über die Hälfte des benötigten Stromverbrauches in Deutschland geliefert worden. Exakt 52 Prozent des bundesdeutschen Stromverbrauchs seien mit der Erzeugung durch Wind, Sonne, Wasser, Bioenergie und Geothermie gedeckt worden. 2018 waren es im ersten Quartal 44,4 Prozent. Damit hätten die erneuerbaren Energien die Rolle des wichtigsten Stromerzeugers im deutschen Strommix übernommen. Die Erzeugung durch Kohlekraftwerke (-36 Prozent) und Atomkraftwerke (-16,5) habe dagegen deutlich abgenommen. Erdgaskraftwerke hätten um zwei Prozent mehr Strom produziert, so die Zahlen der BEG.

Zur Abwendung einer Klimaüberhitzung, zur Erreichung der Klimaschutzziele von Paris, zur Sicherung von dauerhaft niedrigen Strompreisen - aber auch zur krisensicheren Energieversorgung seien die erneuerbaren Energien die Lösung, folgert die Genossenschaft: Eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien sei schnellstmöglich umzusetzen.

Einzelheiten zur Windstromerzeugung sowie die aktuelle Leistung sind auf der Homepage der BEG (www.beg-fs.de/burger-windrad-stromproduktion) zu finden. An dem aktuellen Projekt, dem Solarpark Paunzhausen (siehe ebenfalls www.beg-fs.de), können sich Bürger noch bis Freitag, 3. April, beteiligen.

© SZ vom 03.04.2020 / vo

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