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Westlicher Landkreis:Kreisräte loben schnelle Reaktion

Verwaltung schickt Verstärkerbusse für die Schüler aus dem Westen

Von Peter Becke, Freising

"Schnell reagiert", lobte Johann Stegmair (CSU) im Planungsausschuss des Kreistags die Verwaltung. Die hatte in der vergangenen Woche sukzessive mehr Verstärkerbusse und Fahrten zur Schülerbeförderung angeboten, vor allem im westlichen Landkreis. Der gemeinsame Dringlichkeitsantrag der CSU- und FDP-Kreistagsfraktion, dies zu tun, hatte sich damit quasi erledigt. Stegmair riet, vor Beginn jedes Schuljahres genau zu eruieren, wie viele Schülerinnen und Schüler in welche Schulen des Landkreises fahren würden. "Dann muss man nichts mehr anpassen."

Susanne Hartmann, Tobias Weiskopf (beide FDP) sowie Manuel Mück (CSU) und Stegmair hatten den Dringlichkeitsantrag formuliert. Demzufolge sollte die Verwaltung unverzüglich auf die starke Nachfrage nach Plätzen in Schulbussen im westlichen Landkreis reagieren. Zur Begründung hatten sie angeführt, dass diese seit Jahren überfüllt seien. Es gebe zu wenig Sitzplätze und Möglichkeiten zum Festhalten. In Kurven und beim Bremsen purzelten die Kinder hin und her. Dies sei eine fahrlässige Gefährdung und unverantwortlich. Landrat Helmut Petz (FW) berichtete, dass ihn etwa 50 Mails und Briefe erreicht hätten, in denen Eltern aus dem westlichen Landkreis Verstärkerbusse gefordert haben. "Wir haben reagiert", stellte er zufrieden fest. Lars Tauber vom Straßenverkehrsamt sagte, das Platzangebot sei erweitert worden. Der Freistaat gebe einen Zuschuss und der Landkreis übernehme die Kosten, die dieser nicht abdecke.

Hartmann ärgerte sich darüber, dass eine Anfrage von ihr zu diesem Problem nicht beantwortet worden sei. Und erst hätten die Eltern auf die Barrikaden gehen müssen. Ohne diesen Druck hätte es ihrer Ansicht nach keine Änderungen gegeben. Petz entgegnete, das habe keine Einfluss auf die Verbesserungen gehabt. Die Verwaltung habe die Angelegenheit nicht schleifen lassen. "Wir haben angepackt", versicherte Petz. Hartmann zeigte sich verwundert, dass die Verstärkerbusse erst mal nur bis zu den Herbstferien verkehren sollen. Solange zahlt der Freistaat den Zuschuss. Es sei offen, ob es eine Verlängerung gebe, meinte Tauber. Es bestehe die Möglichkeit kurzfristig zu entscheiden und das Angebot auf eigene Kosten zu verlängern.

Keine Mehrheit fand im Planungsausschuss der Antrag der FDP-Fraktion, eine Onlineumfrage zur Optimierung der Schul- und MVV-Busse zu initiieren. Die Mehrheit der Kreisräte folgte der Auffassung der Verwaltung, dass es keinen Handlungsbedarf gebe. "Der Nahverkehrsplan bietet eine gute Basis für Verbesserungen", stellte Tauber fest. Dieser war 2019 für den Landkreis fortgeschrieben worden. An den Workshops waren die Schulen beteiligt. Die Ergebnisse seien in den Nahverkehrsplan eingeflossen. Anlass zu Verbesserungen gebe es keine. "Wir haben nur geringe Defizite", so Tauber. Im Übrigen könne man über die Heimatgemeinden Vorschläge einbringen.

© SZ vom 28.09.2020 / r

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