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Vorort:Dietersheim boomt

Das Neubaugebiet an der Echinger Straße war der Anfang, jetzt wächst Dietersheim im Südosten, danach geht es im Süden weiter.

(Foto: Marco Einfeldt)

Am östlichen Ortsrand ist ein neues Baugebiet geplant, in dem es auch Grundstücke zu günstigeren Konditionen für Einheimische geben soll. Im Süden hängen weitere 13 Hektar seit geraumer Zeit in der Warteschleife

Das einst beschauliche Bauerndorf Dietersheim ganz im Süden des Echinger Gemeindegebiets wird zur Boomtown und wächst deutlich schneller als andere kleine Dörfer im Landkreis. Seit Jahren wird hier gebaut, was das Zeug hält, Wohnungen vor allem, aber auch Gewerbebauten, die neue Niederlassung des Medizinalgeräteherstellers Medela etwa oder die von Cyber Technologies, wo man dreidimensionale Messsysteme herstellt.

Der Grund, warum das 1300-Einwohner-Dorf Dietersheim auch ohne Anschluss an U- oder S-Bahn, ohne Schule und ohne Supermarkt so gefragt ist, ist die Nähe zum Garchinger Forschungszentrum und seinen 15 000 Studenten und Tausenden Mitarbeitern an den Universitäts- und Forschungseinrichtungen. Der von hier ausgehende Siedlungsdruck soll in der Nähe des Campus Garching und in Fahrradweite zur U-Bahn-Endstation Forschungszentrum aufgefangen werden.

Im Echinger Gemeinderat ist man seit Jahren entsprechend großzügig mit der Baulandausweisung, und auch die Mehrheit der Dietersheimer konnte von Anfang an gut leben mit dem Expansionskurs. Nicht nur die Grundbesitzer, sondern eine breite Mehrheit im Ort ist wachstumswillig, schon allein, weil nur so Infrastruktureinrichtungen in den Ort geholt werden können, eine Schule etwa, ein Supermarkt oder neue Sportanlagen. So wurden auch mehrere kleinere Bauprojekte verwirklicht, Scheunen zu Studentenwohnungen umgebaut oder aufgelassene Höfe durch Wohnanlagen ersetzt.

Zwei bereits fertig geplante Neubaugebiete mit 13 Hektar hängen allerdings seit Jahren in der Warteschleife, weil sich die zahlreichen Grundbesitzer nicht auf eine Umlegung einigen können. Jetzt wird der nächste Bauplatz eröffnet. Diesmal soll der Auweg am östlichen Ortsrand verlängert werden, südlich davon will man rund 4300 Quadratmeter Bauland ausweisen, ausreichend für acht Einfamilienhäuser. Die entsprechende Bauleitplanung hat der Bau- und Planungsausschuss des Echinger Gemeinderats am Dienstag auf den Weg gebracht.

Der erste Entwicklungsschritt in Dietersheim war das Wohngebiet an der Echinger Straße im Nordwesten. Die zwei opulenten Neubaugebiete mit 13 Hektar Fläche im Süden sind seit Jahren fertig geplant, sobald sich die Grundbesitzer einigen, kann es los gehen. Für Unsicherheit sorgen dort allerdings die Windradpläne, die General Electric und Green City ganz in der Nähe am Garchinger Gemeinderand planen. Auf das neue Areal am östlichen Ende des Auwegs werden sich die Windräder kaum auswirken, und auch Streit über die Umlegung dürfte es nicht geben. Denn ein Teil des Grundes gehört der Gemeinde, die dort ein Einheimischenmodell umsetzen wird. Die andere Hälfte obliegt der privaten Vermarktung durch die Eigentümer.

Eine erste Planskizze zeigt ein Baugebiet mit acht Einfamilienhäusern auf je 450 Quadratmeter Grund. SPD und Grüne regten im Planungsausschuss eine dichtere Bebauung mit kleineren Einheiten an. Dies werde freilich durch die Stellplatzfrage limitiert, hieß es dazu aus dem Gemeindebauamt. Die Frage stelle sich, wo für "zehn plus x Wohneinheiten" dann der Parkraum nachgewiesen werden solle. Zur Erschließung muss der Auweg nach Osten verlängert werden. Eine Stichstraße nach Süden führt dann zu den neuen Häusern, soll aber so konzipiert sein, dass sie - für eine weitere Entwicklung - nach Osten verlängert werden kann. Noch ist zwar am Ortsrand Schluss mit der Bauwut, denn am Rand des jetzt ausgewiesenen Gebiets beginnt das Landschaftsschutzgebiet Isarauen. Doch verbauen will sich der Echinger Gemeinderat nichts. Das Gemeindebauamt soll nun, so der Auftrag des Planungsausschusses, unterschiedliche Entwürfe zu Baudichte und Erschließung vorlegen. Wie das Einheimischenmodell aussehen soll und welche Konditionen gelten, auch das ist derzeit in der Diskussion.