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Verkehr in Kranzberg:Mehr Sicherheit für Fußgänger

Gemeinde testet Drückampel in der Ortsmitte

Die Gemeinde Kranzberg will erreichen, dass Auto- und Lastwagenfahrer ihre Geschwindigkeit in der Ortsmitte verringern. Das aber ist gar nicht so einfach. Im Gemeinderat wünscht man sich eine Tempo-30-Zone oder zumindest einen optisch anders gestalteten Belag in diesem Bereich. Das sei auf einer Kreisstraße aber nicht zulässig, berichtete Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) nach einem Ortstermin mit Vertretern von Polizei und Landratsamt. Ein bunter Fahrbahnbelag hätte bei der Sanierung der Straße, die im kommenden Jahr geplant ist, aufgebracht werden können. Den Behörden seien aufgrund der gesetzlichen Vorgaben aber die Hände gebunden, schilderte Hammerl.

Eine Drückampel kann die Gemeinde vermutlich installieren - allerdings auf eigene Kosten. Eine Zählung an zwei Tagen hat ergeben, dass mehr als 50 Passanten in der Stunde die Straße in der Ortsmitte überqueren - eine der Voraussetzungen für eine Genehmigung. Einmal wurden 76 Fußgänger registriert, das andere Mal waren es 58. Etwa ein Viertel davon waren Kinder. Der vorhandene Zebrastreifen reiche nach Einschätzung der Behörden aber aus, so Hammerl. Franz Braun (CSU) hatte im Gemeinderat mehrmals beklagt, dass Auto- und Lastwagenfahrer dort nicht stehen blieben, wenn keine Erwachsenen anwesend seien. Der Übergang wird von vielen Schulkindern genutzt. Auch eine Ampel gewährleiste nach den Erfahrungen der Polizei nicht die gewünschte Sicherheit, weil der Fußgängerweg trotz Rot-Signal überfahren werde.

In der kommenden Woche soll in der Kranzberger Ortsmitte nun für vier Tage probeweise eine Drückampel aufgestellt werden. Eine Ampellösung würde etwa 40 000 Euro kosten plus 1000 bis 1500 Euro im Jahr für laufende Ausgaben wie die Wartung. In der nächsten Sitzung am Dienstag, 27. Oktober, werden die Gemeinderäte entscheiden, ob eine solche Anlage installiert werden soll.

© SZ vom 20.10.2020 / psc

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