Update:Der leidige Grundstückskauf

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Staatstraße  ST. 2339

Staatstraße ST. 2339 von Freising nach Giggenhausen

(Foto: Sebastian Widmann)

Stadt muss erst Boden für Radweg nach Sünzhausen erwerben

Von Nadja Tausche, Freising

In der Rubrik "Update" beleuchtet die Freisinger SZ die aktuelle Situation bei großen und kleinen Bauprojekten im Landkreis. Auf welchem Stand ist das jeweilige Vorhaben? Was wurde schon umgesetzt und wie soll das Ganze aussehen, wenn es fertig ist? Warum passiert bei manchen Vorhaben gefühlt gar nichts mehr?

Seit Jahren treibt das Thema die Sünzhausener um: Sie fordern einen Radweg, der ihren etwas abgelegenen Stadtteil mit Freising verbindet. Dass der Radweg gebaut wird, ist bereits beschlossen. Was die Umsetzung betrifft, ist es allerdings nicht so einfach. Konkret geht es um eine Radwegverbindung zwischen Vötting und Giggenhausen entlang der Staatsstraße 2339, mit einer Abzweigung nach Sünzhausen entlang der Kreisstraße FS 34.

Die Sünzhausener klagen: Seit 20 Jahren verspreche man ihnen den Radweg, passiert sei immer noch nichts. Die Stadt Freising gibt bekannt: Man sei dran an der Umsetzung - aber das Ganze dauere eben. Die aktuelle Herausforderung: Der Grund, auf dem der Weg entstehen soll, gehört teilweise nicht der Stadt. "Eine Umsetzung der Geh- und Radwegverbindung hängt maßgeblich von der Bereitstellung der erforderlichen Grundstücke durch die Eigentümer ab", berichtet Christl Steinhart, Pressesprecherin der Stadt. Den Grundbesitzern hat man die Pläne im Juni 2019 bereits vorgestellt. Anschließend wurde ein Grunderwerbsplan gefertigt - auf dessen Basis befinde sich der Grunderwerb "derzeit in Vorbereitung", heißt es. Klingt kompliziert - Quintessenz ist, dass man nicht weiß, ob alle Eigentümer ihre Grundstücke zur Verfügung stellen werden.

Dass die Stadt Freising die Planung und den Bau des Radwegs überhaupt übernimmt, liegt Steinhart zufolge daran, dass der Freistaat Bayern an der Stelle "keine Veranlassung sieht, einen Radweg zu planen oder herzustellen". Die Stadt Freising übernehme das deshalb in "kommunaler Sonderbaulast" - genau wie die Gemeinde Neufahrn, die ebenfalls einen Teil des Radwegs bauen soll. Involviert in die ganze Sache ist das Staatliche Bauamt Freising. Das übernehme den Unterhalt des Radwegs - allerdings erst, wenn er fertig geplant und gebaut sei, so Steinhart. Eine Förderung durch die Regierung von Oberbayern bekomme man auch, die beantragt dann der Landkreis - allerdings erst, wenn die Stadt alle Grundstücke erworben hat.

Wann der Radweg nun fertig wird, kann die Stadt nicht abschätzen. Im Mobilitätskonzept der Stadt ist das Projekt als "mittelfristig" eingestuft: Das heißt, es soll "in den kommenden Jahren" umgesetzt werden. Klar ist: Man habe Verständnis für den Unmut der Sünzhausener, so Steinhart: "Wir können nur bekräftigen: Wir bleiben dran, der Radweg ist wichtig!". Die Geduld der Sünzhausener dürfte allerdings noch eine ganze Weile auf die Probe gestellt werden. Denn wenn die Grundstücke erworben sind, muss die Stadt mit dem Flughafen München verhandeln - wegen eines Projekts, bei dem alles andere als sicher ist, ob es überhaupt umgesetzt wird. "Im Zuge der Planfeststellung zur dritten Start- und Landebahn wurden entsprechende Ausgleichsflächen an der Staatsstraße genehmigt", berichtet Steinhart. Diese Ausgleichsflächen müsste man ändern, wenn eine dritte Startbahn gebaut werden sollte und wenn der Radweg wie geplant entstehen soll.

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