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Tennistalent aus Freising:Das Ziel fest im Auge behalten

Maximilian Homberg

Mit sechs Jahren hat Maximilian Homberg beim TC Rot-Weiss Freising mit dem Tennisspielen begonnen. Jetzt trainiert er bei der Tennis-Base Oberhaching und ist in seiner Altersklasse schon die Nummer drei in Deutschland.

(Foto: Andreas Gebert)

Der 16-jährige Maximilian Homberg steht im Kader des Deutschen Tennisbunds. Schon bald will er zu den Top 100 der Jugendweltrangliste gehören, um auch bei den Junior Grand Slams der großen Turniere mitspielen zu können.

21 Stunden Training in der Woche für den großen Traum von Wimbledon: Das 16 -jährige Nachwuchstalent Maximilian Homberg aus Freising will unter die Besten der Welt und hat klare Vorstellungen davon, wie er seine Ziele erreicht. Zur Zeit schlägt er beim TC Ismaning auf, trainiert bei der Tennis-Base Oberhaching, ist in seine Altersklasse die Nummer drei in Deutschland und tritt seit einem Jahr bei internationalen Turnieren des ITF-Junior-Circuits an. "Mein Ziel ist es, bis nächstes Jahr unter die Top 100 der Jugendweltranglisten zu kommen, um bei den Junior Grand Slams wie zum Beispiel in Wimbledon, bei den French Open oder bei den US Open mitspielen zu können und die Möglichkeit zu bekommen, mit einer Wildcard bei den Herrenturnieren teilnehmen zu dürfen", sagt er über seine Zukunftspläne.

Um das alles zu ermöglichen, ist der Alltag des Jungprofis perfekt strukturiert. Homberg erzählt, dass es aufgrund des Schulsystems in Deutschland immer stressiger geworden sei, den Sport und die schulische Ausbildung in Einklang zu bringen. "In der achten Klasse des Gymnasiums habe ich schließlich an das Privatgymnasium Schwetzingen gewechselt und bin momentan in der elften Klasse. Am Montag gehe ich dort hin und bekomme Aufgaben, die ich über die Woche eigenständig erledige", erklärt er weiter. Dieses Eliteförderprogramm ermögliche es ihm, seinen Sport weiterhin auf professionellem Niveau auszuführen.

Das Krafttraining wird in seinem Alter immer wichtiger

In der Tennis-Base Oberhaching trainiert er jeden Montag nach der Schule um 19 Uhr noch etwa eine Stunde und von Dienstag bis Freitag jeden Tag fünf weitere Stunden. Momentan halten sich Tennis spielen und Fitnesstraining noch die Waage, aber das Krafttraining gewinnt in seinem Alter immer mehr an Bedeutung. Auch bei der Ernährung gibt es gibt es kleine Einschränkungen, die das Nachwuchstalent jedoch nicht stören. So ist beispielsweise Nussnugat-Creme als Brotaufstrich für Homberg tabu. Der Turnierplan wird zusammen mit seinem Trainer Benjamin Benedikter immer für die nächsten vier Wochen aufgestellt, um flexibel zu bleiben. Zusätzlich kümmern sich ein Physio und ein Konditionstrainer um die Gesundheit und die individuelle Fitness des jungen Athleten.

Mit sechs Jahren begann Homberg, beim TC Rot-Weiss Freising mit dem Tennisspielen. "Damals hat mich mein Opa dazu gebracht und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich unbedingt weitermachen wollte", sagt der heutige Jungprofi. Auf dem Weg, sein Hobby zum Beruf zu machen, bekommt er von seiner Familie die Unterstützung, die für eine Profikarriere nötig ist. "Mit 14 Jahren bin ich immer zusammen mit meinem Vater zu den Turnieren in Europa gefahren oder geflogen", erzählt der Freisinger. Schon damals war er in Deutschland die Nummer 30.

Die Reisekosten übernimmt der Tennisbund

Heute ist Maximilian Homberg im Kader des Deutschen Tennisbunds, der die Reisekosten übernimmt und sich unter der Leitung von Bundestrainer und Davis Cup Teamchef Michael Kohlmann um die Betreuung kümmert. Geplant waren für die Saison 19/20 ITF Junior Turniere in den Niederlanden, Finnland und Belgien. Wegen einer Entzündung im rechten Knöchel, die sich Homberg in der vierwöchigen Saisonvorbereitung zugezogen hatte, mussten die ersten beiden Turniere abgesagt werden und auch für das dritte ist die Teilnahme noch nicht sicher. Trotz des Rückschlags bleibt der Freisinger entspannt und erklärt: "Turniere gibt es genug. Drei Wochen Pause sind jetzt nicht so schlimm und die Gesundheit steht im Vordergrund. Die wichtigste Phase der Saison ist von Juli bis Ende August. Im Moment liegt der Fokus auf Krafttraining und der schulischen Ausbildung und es ist wichtig, nicht zu früh mit dem Training zu beginnen, um Ermüdungsbrüche zu vermeiden." In der vergangenen Saison spielte Homberg bereits einige internationale Turniere in Ländern wie Slowenien, Libanon oder den Vereinigte Arabische Emiraten. Den Spaß hat der junge Tennisspieler auch zehn Jahre, nachdem sein Opa ihn das erste Mal auf den Platz mitgenommen hat, nicht verloren. Am liebsten spielt er im Einzel. Aber auch Doppelpartien hätten ihren Reiz, sagt er. Am liebsten tritt Homberg mit seinem langjährigen Tennisfreund Maximilian Rehberg an, gegen den er schon im Alter von acht Jahren gespielt hat und sagt: "Wenn wir das gleiche Turnier spielen, spiele ich mit ihm zusammen", sowie bei den Bavarian Junior Summer Championships im Juli 2019, als sie zusammen ganz oben auf dem Siegertreppchen standen.

Bei seinen Stärken vergleicht sich das Tennistalent schmunzelnd mit dem Weltklassespieler Novak Đoković, der gerade auf Platz eins der Weltrangliste zu finden ist und sagt von sich selbst: "Ich bin psychisch und physisch ganz gut, habe eine sehr gute Ausdauer und bin ruhig auf dem Platz", alles Eigenschaften des Weltranglistenersten Đoković. "Bei meinem Aufschlag muss ich aber noch an der Technik arbeiten", ergänzt der junge Sportler ehrgeizig. Sein Vorbild ist jedoch der Schweizer Tennisspieler Roger Federer.

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