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Temporäre Lösung:Eine Spur nur für Radfahrer

Baufirmen, Polizei und Straßenbehörde haben Bedenken gegen die Regelung, dass Radfahrer die Baustelle an der Oberen Hauptstraße passieren dürfen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wegen der Bauarbeiten in der Oberen Hauptstraße richtet die Stadt Freising eine Umleitung für Radler ein und schafft in der Kammergasse vorübergehend einen Schutzstreifen

Von Kerstin Vogel

Radfahrer, die von der Karlwirtkreuzung in Richtung Marienplatz fahren wollen, müssen künftig einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Das hat der Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Wegen der großflächigen Bauarbeiten in der Oberen Hauptstraße werden sie demnächst vorübergehend über die Wippenhauser Straße zur Kammergasse und dort weiter Richtung Osten geführt. Dazu wird eine der beiden Fahrspuren auf der Kammergasse für die Dauer der Bauarbeiten für den Autoverkehr gesperrt, um einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer zu ermöglichen. Zwar durften Radler bislang die Baustelle in der Innenstadt noch passieren, mittlerweile haben aber Baufirmen, Polizei und Straßenbehörde Bedenken gegen diese Regelung angemeldet und aus Sicherheitsgründen um eine Umleitung der Radfahrer gebeten. Entlang der Wippenhauser Straße soll nun von der Karlwirtkreuzung bis zur Bushaltestelle an der AOK ein 1,5 Meter breiter Schutzstreifen für den Radverkehr eingerichtet werden. Zwischen der Bushaltestelle und dem Beginn des temporären Schutzstreifens in der Kammergasse sollen Fahrradpiktogramme auf der Straße zur Sicherheit der Fahrradfahrer beitragen. Geprüft wird außerdem eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 in diesem Bereich. Auf Anregung von Charlotte Reitsam (Grüne) und Maria Lintl (FSM) soll außerdem geprüft werden, wie zur Sicherheit der Schüler beigetragen werden kann, die auf der Wippenhauser Straße vom Schulzentrum her kommen und dann nach links in die Kammergasse abbiegen müssen. Fußgänger können die Obere Hauptstraße weiterhin uneingeschränkt passieren. Ausdrücklich hat die Stadtverwaltung am Mittwoch noch einmal darauf hingewiesen, dass diese Umleitung des Radverkehrs in keinem Zusammenhang mit der geplanten Machbarkeitsstudie zur Umwandlung der Kammergasse in eine Fahrradstraße stehe. Diese ist zudem noch nicht endgültig beschlossen, wie mehrfach betont wurde. FW-Stadtrat Karl-Heinz Freitag wies dennoch darauf hin, dass man aus dieser vorübergehenden Situation vielleicht Erkenntnisse für die künftige Nutzung der Kammergasse gewinnen könne.

© SZ vom 31.07.2020

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