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Strom für die Mieter:Investition in den Klimaschutz

Auf die Dächer des Mehrgenerationenhauses in Kranzberg sollen Photovoltaikanlagen kommen

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf einem Feld standen die Kranzberger Gemeinderäte vor kurzem überwiegend skeptisch gegenüber. PV-Anlagen gehörten auf die Dächer, hieß es damals zur Begründung. Eben das ist nun für das Mehrgenerationenhaus, das gerade in Bau ist, angedacht. Allerdings muss der Energieversorger noch prüfen, ob die Kapazitäten des Netzanschlusses dafür ausreichen. Errichten würde die PV-Anlage die Bürger-Energie-Genossenschaft Freisinger Land (BEG), der Gemeinde entstünden keine Kosten. Profitieren könnten die Mieter, weil der Strom pro Kilowattstunde zwei Cent günstiger wäre, wie BEG-Vorstandsmitglied Andreas Henze sagte.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stellte er erste Eckdaten vor. Auf den Dachflächen wäre Platz für eine Anlage mit 150 Kilowatt Peak, erzeugen ließen sich damit 140 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Die CO₂-Einsparung läge bei 50 Tonnen. Strom-Abnahmezwang für die Mieter gäbe es keinen. Auch eine Wallbox für eine E-Lade-Station will die BEG stellen. Allerdings müsste womöglich ein neuer Trafo errichtet werden. Der könnte für die Energieversorgung der Bewohner aber ohnehin nötig sein, dies soll in den kommenden Wochen ermittelt werden.

Ziel der BEG wäre ein Modell, an dem sich, wie bei anderen Projekten im Landkreis, die Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Die Statik der Häuser würde nach Angaben der Gemeindeverwaltung eine Photovoltaikanlage zulassen. Der Elektroplaner hatte davon zwar abgeraten, weil sie wegen des zu geringen Eigenstromverbrauchs unwirtschaftlich wäre, hieß es in der Sitzung. Die BEG kam jedoch zu einem anderen Ergebnis.

Eine E-Lade-Station soll in Kranzberg ohnehin errichtet werden. Für die Gemeinden der Ile Ampertal sollen über die BEG 17 Stück angeschafft werden, wie Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG) erläuterte. Das Mehrgenerationenhaus mit seinen 21 Wohnungen wäre seiner Einschätzung nach ein geeigneter Standort. Auch ein Gemeinschaftsauto wäre, wenn von den Mietern gewünscht, denkbar. Zweiter Bürgermeister Anton Hierhager (SPD) könnte sich auch eine Säule am Sport- beziehungsweise Tennisplatz gut vorstellen.

Abstimmung zur Mieterstrom-PV-Anlage gab es in der Sitzung keine, weil erst die Rahmenbedingungen geklärt werden müssen. Grundsätzlich gab es aber viel Zustimmung. "Wenn wir die Möglichkeit haben, bin ich auf jeden Fall dafür", sagte Roland Haslbeck (CSU).

Der Bau des Mehrgenerationenhauses kommt voran, mittlerweile steht der Dachstuhl des Nebengebäudes. Mit dem Aufbau der Holzwände für das erste Wohngebäude soll in den kommenden Tagen begonnen werden.

© SZ vom 17.05.2021
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