bedeckt München 20°

Spendenaktion:"Jeder kann in Not geraten"

Thomas Bihler, Jahrgang 1962, ist Vorsitzender des Flughafenvereins München, der Flughafenmitarbeiter und deren Familien in Notsituationen unterstützt. Hilfe leistet der Verein aber auch in der Region und weit darüber hinaus.

(Foto: privat)

Thomas Bihler, Vorsitzender des Flughafenvereins, sammelt Spenden für die Familie des getöteten Feuerwehrmannes

Interview von Paulina Gastl, Flughafen

Der Flughafenverein München sammelt Spenden für die Hinterbliebenen des bei einer Auseinandersetzung mit Jugendlichen getöteten Augsburger Feuerwehrmanns. Die SZ Freising hat bei Thomas Bihler, dem Vorsitzenden des 1996 gegründeten Vereins, nachgefragt. Der Verein ist eine von 230 Organisationen in Deutschland, die das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen trägt.

SZ: Herr Bihler, wie kommt es, dass sich der Verein für die Hinterbliebenen des Opfers aus Augsburg einsetzt?

Bihler: Unser Verein hilft in vielen Angelegenheiten und das auch weltweit. Zum Beispiel in Tsunami-Gebieten, da sind Feuerwehrmänner immer dabei, das sind Fachmänner und Lebensretter. Helfer beziehungsweise Hinterbliebene brauchen auch Hilfe. Aus Gründen der Mitmenschlichkeit haben wir uns deshalb sofort dazu entschlossen, die Hinterbliebenen in Augsburg finanziell durch Spenden zu unterstützen. Außerdem gehört Augsburg zu unserer Nachbarschaft, immerhin hat der Flughafen ein großes Einzugsgebiet und Augsburg ist ja nicht weit weg. Bisher haben wir eine sehr hohe, ausschließlich positive Resonanz auf unseren Spendenaufruf erhalten.

Sie sagten, Ihr Verein hilft Menschen in Not auf der ganzen Welt, was wurde da bisher umgesetzt?

Wir haben in den letzten Jahren bei den ganz großen Katastrophen geholfen, zum Beispiel bei den zwei großen Erdbeben nahe Istanbul in der Türkei oder bei dem letzten Tsunami. Viel machen wir aber auch für die Ukraine, zum Beispiel für Kinder. Von dort laden wir sie für eine Woche nach Bayern ein. Aktuell ist eine Zahnarztpraxis in Athen in unserem Fokus, die Behandlungsstühle und mehr benötigt. Außerdem unterstützen wir Kinderheime in Rumänien. Unser Hauptaugenmerk liegt jedoch bei uns in der Nachbarschaft, Augsburg gehört da für uns dazu.

Helfen Sie auch Mitarbeitern des Flughafens?

Ja, das macht der Verein auch. Der Flughafen ist mit seinen Tausenden Angestellten wie eine Stadt - jeder kann in Not geraten. Da helfen wir jedoch ganz im Stillen, zum Beispiel indem wir die Kosten für eine Beerdigung übernehmen. Mit Mitarbeitern des Flughafens meine ich nicht nur die Angestellten vom Flughafen selbst. Auch die Caterer oder Behörden gehören für mich zur Flughafenfamilie. In Freising und Erding haben wir Familien nach Überflutungen geholfen, aber wie gesagt, so etwas machen wir dann ganz im Stillen und hängen es nicht an die große Glocke.

Wie werden die vielen Aktionen finanziert?

Das läuft alles rein über Spenden. Wir machen Aufrufe über soziale Medien wie Facebook und haben einen Mailingverkehr mit den Mitgliedern des Vereins und Unternehmen, die Partner des Vereins sind. Dort rufen wir dann zum Spenden auf und stellen unsere Projekte vor. Auch bei unserer aktuellen Spendenaktion für die Hinterbliebenen des Augsburger Feuerwehrmanns gehen einhundert Prozent des Geldes direkt an die Familie. Dass die Bevölkerung diese Aktion so positiv aufnimmt, freut mich sehr.

© SZ vom 11.12.2019
Zur SZ-Startseite