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Schwerpunkte der ÖDP:Schneller zur Verkehrswende

ÖDP fordert Ausbau des ÖPNV und mehr Express-Radwege

Von Peter Becker, Freising

Es muss sich an der Denkweise etwas ändern, wenn der Landkreis und die Stadt Freising die Verkehrswende schaffen wollen. Dieser Ansicht ist die ÖDP, die deshalb 2021 ihre politischen Schwerpunkte auf die Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs und die Etablierung von Radschnellwegen fokussiert. Dies kündigten Kreisvorsitzender Ulrich Vogl und Emilia Kirner als Sprecherin der ÖDP-Stadtratsfraktion während einer Online-Pressekonferenz an.

Anstatt das Expressbussystem nur sporadisch alle drei Jahre um eine Linie zu erweitern, solle dies zügig entstehen. Radschnellwege könnten den Landkreis von Nord nach Süd, von West nach Ost durchziehen. Kirner mahnte die schnelle Umsetzung längst fälliger Maßnahmen wie etwa den Umbau der Korbinianskreuzung oder der Unterführung am Bahnposten 15 an.

"Schnell, zuverlässig und stündlich" lauten die Schlagworte, mit denen Vogl für einen besseren Ausbau der Buslinien im Landkreis wirbt. "Die Zeit ist reif", betonte er. Das Netz gehöre geplant und ausgeschrieben. Damit möchte Vogl ein Fachbüro beauftragen. Der Landkreis hat zwar in der jüngeren Vergangenheit die Einführung neuer Expressbuslinien beschlossen, doch Vogl geht das zu langsam. Wichtig ist ihm vor allem das Anbinden von Zentren mit Bahnhöfen. Eine Notwendigkeit sieht die ÖDP deshalb in Anschlüssen von Petershausen und Pfaffenhofen, weil dies Pendlern oder Reisenenden Umwege über München ersparen könnten.

Die U-Bahn-Verlängerung von Garching nach Neufahrn ist laut Kirner derzeit "das Projekt schlechthin". Wie Landrat Helmut Petz (FW) und andere Kreisräte und Kreisrätinnen hält Vogl das Verfahren, mit dem die Kosten-Nutzen-Analyse erstellt wurde, für anachronistisch. Diese mache so manche Wiederbelebung einer stillgelegten Bahnlinie zunichte. Laut dieser Berechnung lohnt sich die Verlängerung der U-Bahn nach Neufahrn für den Münchner Verkehrsverbund nicht. Kirner wendet jedoch ein, ob es nicht besser wäre, die Grundausstattung für alle Orte im Landkreis zu verbessern. "Wir fragen uns, ob andere Maßnahmen nicht wichtiger sind."

Gut findet die ÖDP, dass der Landkreis sich an einem Radschnellweg von Freising nach Garching beteiligen will. "Das kann es aber nicht gewesen sein", stellte Vogl fest. Der ÖDP schwebt ein Netz von Schnellwegen vor, die den Landkreis durchziehen könnten. Die Trassen seien laut Vogl ohne große Steigungen und deshalb schnell befahrbar. Vor allem könnten sie in Nachbarstädte wie Landshut oder Mainburg verlängert werden.

Was die Stadt Freising anbelangt, wünscht sich die ÖDP einen Radweg zwischen Lerchenfeld und Weihenstephan, der über einen zweiten Isarsteg führen soll. Bezüglich des Bahnposten 15, kritisierte Kirner das schleppende Tempo. "Es wird geplant und geplant, aber es passiert nichts." Frage man den Oberbürgermeister, erhalte man die Antwort: "Wir sind dran." Doch die ÖDP frage sich, mit welcher Priorität. Ähnlich wie Kirner ruft Hartmut Binner dazu auf, über die Coronakrise nicht den Klimawandel zu vergessen. Er habe "eine Riesenwut" auf Entscheidungsträger. "Es wird alles nur verschleppt", kritisierte Binner. Aktuell entzündet sich sein Zorn daran, dass der neue Radweg in Erlau nicht bis nach Tüntenhausen weitergebaut wurde. Auf der früheren Bundesstraße weiterzufahren, sei lebensgefährlich.

© SZ vom 16.01.2021
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