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Reaktion auf steigende Corona-Fallzahlen:Eching zieht die Reißleine

Gemeinde schließt Sport- und Schulturnhallen sowie Turnräume in Kindertagesstätten für die Vereine

Die Gemeinde Eching hat sich angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen dazu entschlossen, Sport- und Schulturnhallen sowie die Turnräume der Kindertagesstätten, den Bürgersaal in Dietersheim und den Saal des Huberwirtes bis auf weiteres für Vereinszwecke geschlossen. Aufgrund der Überschreitung des Wertes von 50 bei der Sieben-Tages-Inzidenz würden im Landkreis Freising weiterhin die erhöhten Corona-Vorsichtsmaßnahmen der Stufe rot gelten, so der Echinger Bürgermeister Sebastian Thaler in einer Presseerklärung.

Da nachweislich ein Großteil des Infektionsgeschehens in geschlossenen Räumlichkeiten stattfinde, würden gerade im Innenraum stattfindende sportliche Aktivitäten mit erhöhtem Aerosolausstoß eine erhöhte Ansteckungsgefahr bergen. Aus diesem Grund blieben die gemeindlichen Sport- und Schulturnhallen sowie die Turnräume der Kindertagesstätten, der Bürgersaal in Dietersheim und der Saal des Huberwirtes bis auf weiteres für Vereinszwecke geschlossen.

Bis zum Ende der Herbstferien will die Gemeinde nun die Entwicklung des Inzidenzwertes beobachten und ab einem Wert von unter 50 eine Öffnung der Hallen und Räume unter Einhaltung eines entsprechenden Hygienekonzepts in Erwägung ziehen. Als eine der ersten Kommunen hatte Eching die gemeindlichen Sporthallen und Vereinsräume bereits im Juni wieder für die Vereine geöffnet. Für die Nutzer galt die strikte Einhaltung eines Hygienekonzepts, das mit den Vereinen abgestimmt wurde unter Berücksichtigung der Vorgaben der Sportverbände. Der Landkreis Freising, die Stadt Freising und die Gemeinde Neufahrn hatten ihre Hallen erst zum 1. Oktober wieder freigegeben. Aufgrund des rasanten Anstiegs der Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen ziehe die Gemeinde Eching aber nun die Reißleine - wiederum als erste im Landkreis, so Sebastian Thaler.

Um einer verstärkten Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, sehe sich die Gemeinde Eching gezwungen, diese Maßnahmen zu ergreifen. Man hoffe auf eine baldige Wiederaufnahme der jetzt eingeschränkten Gruppenaktivitäten unter Einhaltung der dann gültigen Hygieneauflagen.

Oberste Priorität habe aktuell der Gesundheitsschutz gepaart mit der Sicherstellung eines geregelten Betriebs unserer Schulen und Kindertageseinrichtungen. Diesem Ziel müsse die Gemeinde den Freizeit- und Sportbetrieb aktuell unterordnen. In einer Phase, in der sich maximal fünf Personen oder zwei Haushalte treffen dürfen und eine Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen gelte, sei es nach Ansicht der Gemeinde Eching unverhältnismäßig Gruppenunterricht in Sporthallen weiterhin zuzulassen.

Er würde sich eine einheitliche Regelung für den gesamten Freistaat oder zumindest für den Landkreis Freising wünschen, sagte der Echinger Bürgermeister Thaler weiter. Für Vereine sei es sicher schwer nachzuvollziehen, wenn gemeindliche Hallen in Eching geschlossen würden, während die Sporthallen des Landkreises Freising oder einer Nachbarkommune weiterhin geöffnet seien.

© SZ vom 24.10.2020 / bt

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