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Planungsausschuss in Freising:Der Dorfkern soll bleiben

Stadträte beschließen Rahmenplan für Attaching

Von Kerstin Vogel, Freising

Der Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung einen Rahmenplan für den Ortsteil Attaching beschlossen. Dieser soll nun die Grundlage zur Aufstellung eines Bebauungsplans für die künftige Ortsmitte bilden. Das ist zum einen notwendig, weil das Freisinger Stadtentwicklungsprogramm (Step) ausdrücklich eine Aufwertung der Zentren mit einer maßvollen Entwicklung in allen Ortsteilen festschreibt und dem in Attaching wegen der starken Belastung durch den nahen Münchner Flughafen noch eine besondere Bedeutung zumisst.

Zum anderen waren zuletzt verschiedene Anträge mit Bauwünschen für die Ortsmitte bei der Stadtverwaltung eingegangen, die den Interessen der Attachinger eher nicht entsprochen hätten. Vor allem ein großes Bauvorhaben hätte von der traditionellen Ortsmitte in dem Dorf wohl nicht viel übrig gelassen. Um die Entwicklung in den Griff zu bekommen, hatte der Planungsausschuss im Juni 2019 deshalb die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen und diesen auch gleich an eine zweijährige Veränderungssperre gekoppelt, um bereits eingegangene Bauanträge mindestens für zwei Jahre zurückstellen zu können.

Der nun beschlossene Rahmenplan wurde unter Beteiligung der Bürger von dem Münchner Planungsbüro Skorka erarbeitet und schreibt unter anderem den "Erhalt der Identität der Ortsmitte von Attaching mit dörflicher Prägung" als Ziel fest. So soll der Bereich etwa in seiner Funktion als Ort gesellschaftlichen Lebens gestärkt werden, Nahversorgung und kulturelle Nutzung sollen erhalten bleiben, ergänzend könnten Räume für Vereine oder Wohnangebote für Senioren und eine Gastronomie entstehen - vielleicht sogar im früheren "Alten Wirt". Die zentrale Grünfläche am Maibaum soll gestalterisch aufgewertet werden, die Obstwiese südlich des Friedhofs wollen die Planer als Festwiese und Treffpunkt für die Bewohner erhalten.

Bessere Radwegeverbindungen nach Freising und zum Sportgelände, mehr Verkehrssicherheit allgemein und eine besserer Lärmschutz werden ebenfalls als Ziele in dem Rahmenplan genannt. Vermieden werden soll dagegen ausdrücklich eine Entwicklung hin zu einer reinen Wohnsiedlung ohne Nutzungsmischung. Mit der gleichwohl geplanten Schaffung von Wohnangeboten will man sich vor allem an die lokale Bevölkerung richten und - für die Attachinger nahezu unabdingbar: Der Kramerladen, aktueller Treffpunkt der Dorfgemeinschaft, soll selbstverständlich erhalten werden.

© SZ vom 24.11.2020
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