bedeckt München

Planungsausschuss des Freisinger Kreistags:Pläne für die Zukunft

Landkreisentwicklungskonzept soll fortgeschrieben werden

Von Peter Becker, Freising

"Es geht um unseren Lebensraum", sagte Toni Wollschläger (Grüne) in der Kreistagssitzung vom Juli 2011 zur Bedeutung des Landkreisentwicklungskonzepts. Da hatte es das damalige Gremium unter dem Landrat Michael Schwaiger trotz anfänglicher Vorbehalte gerade beschlossen. Entwickelt hatte es zum Preis von 93 000 Euro ein Expertenteam der Firma Grontmij. Mit dem Konzept, das bis 2020 gelten sollte, wollte sich der Landkreis Freising gegen die Ausweitungstendenzen der Stadt München positionieren. Der Planungsausschuss des Kreistags hat nun beschlossen, das Landkreisentwicklungskonzept fortzuschreiben. Die Verwaltung soll zudem die Erstellung eines förderfähigen Energie- und Klimaschutzkonzepts beauftragen. In den Haushalt sind einstweilen 100 000 Euro dafür eingestellt.

Radwegenetz, ein Energiepreis und flächensparendes Bauen: Das waren die ersten drei Projekte, die Städte und Gemeinden im Zuge des Landkreisentwicklungskonzepts kurz- und mittelfristig umsetzten wollten. Die damals beschlossenen Themenfelder und Leitbilder gilt es nun an die Gegenwart anzupassen. Der Anstoß dazu kam sowohl von Landrat Helmut Petz (FW) und Kreisbaumeisterin Antonia Seubert als auch von einem Antrag der Grünen-Fraktion im Kreistag. Vom Landkreis beauftragt, hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München ein Bearbeitungskonzept zur Fortschreibung des Landkreisentwicklungskonzepts erarbeitet und im Ausschuss vorgestellt.

"Das ist was Fantastisches", lobte Petz. So ein Landkreisentwicklungskonzept sei eine wichtige Hilfestellung beim Umsetzen von Projekten. In einem ersten Schritt stehen Energie, Siedlungs- und Freiraumentwicklung im Mittelpunkt. Die Erstellung eines Energie- und Klimaschutzkonzepts hatten die Grünen in ihrem Antrag gefordert. "Man muss nicht alles neu denken", sagte Marc Wißmann vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum. Die Kreisräte könnten durchaus auf den 2011 erarbeiteten Kriterien aufbauen. Mobilität, ein weiterer Schwerpunkt im Landkreis, soll ausgeklammert werden. Dazu gibt es viele Studien und Vorschläge, die zusammengefasst werden sollen.

Das Vorhaben, das Landkreisentwicklungskonzept fortzuschreiben, fand fraktionsübergreifende Zustimmung. "Ein wichtiger Schritt", sagte Michael Stanglmaier (Grüne). Es gebe immer noch kein Konzept für die Energiewende. "Wir müssen alles machen, was in unserem Bereich möglich ist", forderte Stanglmaier. Denn die Klimaerwärmung gewinne immer mehr an Dynamik. Die CSU trage die Fortschreibung mit, betonte Johann Stegmair für seine Fraktion. Das sei nach zehn Jahren sinnvoll. Allerdings solle dabei mehr herauskommen als ein Papier mit vielen Seiten. "Das lebt vom Mitmachen und Aktivitäten." Susanne Hoyer (FW) plädierte ebenfalls für eine Fortschreibung, sonst lande das Konzept in der Schublade. Wie die Kreisrätin merkte Peter Warlimont (SPD) an, seinerzeit habe sich der Kreistag zu viele Illusionen bezüglich der Umsetzung des Konzepts gemacht. Aufwand und Wirkung müssten daher in einem guten Verhältnis zueinander stehen. "Wir müssen schauen, dass wir die Erfolge messen können", ergänzte Manfred Reuß (ÖDP).

© SZ vom 06.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema