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Neufahrner Wirtschaft nach Corona:Digitalisierung im Fokus

Pandemie wird auch bei den gut 1500 Betrieben in der Gemeinde ihre Spuren hinterlassen

Gut 1500 Betriebe mit beinahe 6000 Mitarbeitern gibt es in der Gemeinde Neufahrn. Noch lässt sich nicht sagen, welche Spuren die Corona-Pandemie bei ihnen allen hinterlassen wird. Einiges wird sich aber zumindest verändern, wie sich einem Sachstandsbericht von Standortförderer Felix Kretz entnehmen lässt. Er geht davon aus, "dass Chancen der Digitalisierung wieder stärker in den Fokus rücken, da Geschäftsmodelle angepasst, ausgeweitet oder weiterentwickelt werden müssen".

Seit fast vier Jahren ist Kretz als Ansprechpartner für die Wirtschaft in der Gemeinde tätig. Die Pandemie hat auch seinen Arbeitsalltag auf den Kopf gestellt. Seit März ist der Standortförderer gewissermaßen "im Krisenmanagementmodus" und hält die Unternehmen über die Entwicklung der Lage, Hygieneverordnungen, Förder- und Kreditprogramme, Steuerstundungsmöglichkeiten und ähnliches auf dem Laufenden. Kretz versteht sich dabei als Schnittstelle zwischen Behörden, Ministerien und "Finanzmittelgebern".

Am Höhepunkt der Krise hat er den ortsansässigen Unternehmen wöchentlich E-Mails geschickt. Daneben fanden individuelle Beratungen statt. Mittlerweile kann Kretz sich wieder bei persönlichen Terminen um wirtschaftliche Fragen kümmern. Zuvor war das wegen der Coronabeschränkungen nur telefonisch möglich gewesen. Rückblickend stellt die Gemeinde in einer Mitteilung fest: Die Standortförderung habe noch an Bedeutung in ihrer Lotsen- und Beratungsfunktion sowie als Netzwerker für die Unternehmen gewonnen.

Auch vor der Pandemie war die Bestandspflege bereits eine zentrale Aufgabe der Standortförderung - wenn auch unter ganz anderen Bedingungen. Kretz hat zum Beispiel Unternehmensgespräche initiiert, Kontakte zu den Betrieben aufgebaut und Firmen "bei Ansiedlungs- und Erweiterungsanliegen sowie infrastrukturellen Fragen" beraten. Am Wirtschaftsstandort Neufahrn gibt es einen Branchenmix aus Industrie, Handwerk, Dienstleistungen, Logistik, Hotellerie, Gastronomie und Handel. Im Rathaus verweist man auf "die zunehmende Präsenz von innovationskräftigen Firmen und Hochtechnologie-Branchen" und sieht das als Beleg für den "Aufschwung des Wirtschaftsstandorts Neufahrn". So wird auf den Gewerbepark "Nova Neufahrn" verwiesen, in dem sich unter anderem Firmen aus Medizintechnik, Pharmazie, Laser- und Metallindustrie und Automotive angesiedelt haben.

© SZ vom 13.07.2020 / bg
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