Neufahrner Kurve Wenn, dann besser

Die Gleise liegen schon: Im Herbst 2018 soll die Gleisverbindung von der Bahnlinie Freising-München zum Flughafen fertig sein.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der künftige Bahnverkehr über die Neufahrner Kurve soll laut Fahrplan keine Verschlechterungen für Freising bringen

Von Alexandra Vettori, Freising

Der Bau der Neufahrner Kurve ist in vollem Gange, im Herbst 2018 soll die gut zwei Kilometer lange Gleisverbindung von der Bahnlinie Freising-München zum Flughafen fertig sein und Ostbayern an diesen anbinden. Jetzt hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft den groben Fahrplan für den künftigen Bahnverkehr zwischen Regensburg und Flughafen vorgestellt.

Die Gesellschaft plant, koordiniert und finanziert den Regional- und S-Bahnverkehr in Bayern. Den Flughafenexpress lässt sie mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 starten. Er fährt stündlich in beide Richtungen und wird eineinviertel Stunden für die Gesamtstrecke benötigen.

Für Freising und sein östliches Hinterland entlang der Bahnstrecke nach Landshut solle sich nichts ändern, und wenn, dann zum Besseren, betont ein Sprecher der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auf Nachfrage der SZ. Bei dem Flughafenexpress, Arbeitsname Üfex, handele es sich um einen zusätzlichen Zug, der ohne Halt von Regensburg kommend, über Landshut und Freising zum Flughafen fahre. Gleichzeitig werde aber auch ein Regionalzug von Landshut via Freising zum Flughafen verkehren, der alle bisherigen Bahnhöfe weiter im Stundentakt bedient, also auch Marzling, Langenbach, Moosburg, Bruckberg und Gündelkofen.

Auch die Kapazitäten des Donau-Isar-Expresses, der München via Freising mit Moosburg und Landshut verbindet, sowie des Regionalexpresses und des Alex', die zwischen München, Freising und Landshut verkehren, sollen aufrecht erhalten werden. Man sei sich bewusst, betonte der Vertreter der Eisenbahngesellschaft, "dass dort ein durchaus signifikanter Pendlerstrom besteht, ein Wegfall dieser Verbindungen wäre ungut".

Festlegen will und kann man sich bei der Eisenbahngesellschaft aber noch nicht. Derzeit wird ein Fahrplangutachten erstellt, das unter anderem davon ausgeht, dass sich das Platzangebot auf der Strecke zwischen München und Freising nicht verringert, weil die Kapazitäten schon jetzt weitgehend ausgereizt sind. Bis Ende des Jahres soll die Studie fertig sein, doch rechnet man bei der Eisenbahngesellschaft noch mit Nachträgen und Neuüberlegungen. Fest stehe allerdings, dass sich das Angebot für Freising mit dem neuen Flughafenexpress verbessere, weil die Stadt bisher nur mit Bussen an den Flughafen angebunden sei. Mit den beiden Zügen, dem Flughafenexpress aus Regensburg und dem Regionalzug zum Flughafen, verkehrten zwischen Landshut, Freising und de, Flughafen ab Ende 2018 sogar zwei Züge.

Die erste Abfahrt des Üfex in Regensburg wird gegen 3.15 Uhr am frühen Morgen sein, damit Fluggäste und Mitarbeiter des Flughafens rechtzeitig gegen 4.30 Uhr zum Check-in, beziehungsweise zum Schichtbeginn am Ziel sind. Die letzte Abfahrt am Flughafen erfolgt nach Mitternacht gegen 0.30 Uhr. Wer die neuen Linien bedienen wird, ob Deutsche Bahn oder ein anderes Unternehmen, kann derzeit noch niemand sagen. "Die Verkehrsleistungen werden wir in einem wettbewerblichen Verfahren zunächst für vier bis fünf Jahre vergeben, da sie danach Bestandteil eines großen, den gesamten Bereich zwischen München, Passau und Regensburg umfassenden Vergabeverfahrens sein werden", kündigte Johann Niggl, Geschäftsführer der BEG, an. Aufgrund der kurzen Laufzeit des Vertrags kommen voraussichtlich Gebrauchtfahrzeuge zum Einsatz, die jedoch komfortabel ausgestattet sein werden.