Neufahrner Künstlerin Maja Jiranek:Kunst am Straßenrand

Neufahrner Künstlerin Maja Jiranek: Auch am nächsten Wochenende machen Karin Koschkar und Maja Jiranek die seit Jahren leer stehende Tankstelle an der ehemaligen B 11 in Mintraching zum "Art Stop".

Auch am nächsten Wochenende machen Karin Koschkar und Maja Jiranek die seit Jahren leer stehende Tankstelle an der ehemaligen B 11 in Mintraching zum "Art Stop".

(Foto: Marco Einfeldt)

Maja Jiranek stellt in einer leer stehenden Tankstelle in Mintraching zwei Wochenenden lang ihre Bilder aus. Das Projekt "Art Stop" ist für sie zunächst mal ein Test - und ein Weg, um aus der Corona-Starre herauszukommen

Von Alexandra Vettori, Neufahrn

Jeder, der die ehemalige Bundesstraße im Neufahrner Ortsteil Mintraching entlangfährt, kennt die seit Jahren leer stehende Tankstelle im Stil der 1950er Jahre. Auch Maja Jiranek. "Das wäre eine schöne Location für eine Ausstellung, habe ich mir sehr oft gedacht, wenn ich hier vorbeigekommen bin", erzählt die Neufahrner Künstlerin. Kürzlich nun hat sie es endlich geschafft und den Inhaber gefragt, ob sie die kleine Tankstelle nicht für eine temporäre Aktion mieten könne. Sie konnte, und deshalb wurde diese am vergangenen Wochenende und wird auch am kommenden Wochenende zum "Art Stop".

Ein lauschiger Ort ist die Tankstelle mit ihrem großen Dach davor nicht, Autos brausen vorbei, Lastwagen und Motorräder dröhnen. Doch die Sonne scheint an diesem Freitagnachmittag, und so haben Maja Jiranek und ihre Beraterin, die Kunsthistorikerin Karin Koschkar, auch draußen ausgestellt. "Ich bin richtig aufgeregt", gesteht Jiranek, "das ist jetzt erst mal ein Test mit den zwei Wochenenden, mal schauen, ob überhaupt jemand kommt." Zwei Leute hätten schon angehalten, bevor die Ausstellung eröffnet hat, erzählt sie mit einem Lachen, "beide wollten aber die Tankstelle mieten. Für die Kunst haben sie sich nicht interessiert".

Für Jiranek ist "Art Stop" auf jeden Fall ein Weg, um aus der Corona-Starre herauszukommen. "Die Zeit war deprimierend. Natürlich konnte man als Künstlerin was online machen. Aber mir hat das Persönliche sehr gefehlt. Selbst wenn die Kunst-Aktion hier nicht so klappt, ist das besser, als daheim rumzusitzen." Um Passanten zum Hereinschauen zu motivieren, haben Maja Jiranek und Karin Koschkar am Tankstellengebäude Spruchbänder aufgehängt. Sie habe auch darüber nachgedacht, weitere Künstler aus den Kreisen, in denen sie aktiv ist, zum Ausstellen einzuladen. Allerdings habe sie sich letztlich dagegen entschieden, weil die Sache noch zu unsicher war. "Es ist sehr klein hier, drinnen sind es gerade mal zwölf Quadratmeter und drei Wände. Und draußen wäre zwar mehr Platz, aber da muss dann eben auch das Wetter mitspielen." Und so entschied sie sich, den Test mit "Art Stop" alleine durchzuführen.

In der Ausstellung ist ein Querschnitt der Arbeiten von Maja Jiranek zu sehen. Großformatige Gemälde in Mischtechnik, Skizzen, Postkarten und Serien etwa "Mystik Walls", "Treasure Maps" oder "News", wobei sie bei Letzterer Titelseiten verschiedener Zeitungen mit Mischtechnik und Collagen verfremdet hat. Die aus Belgrad stammende Künstlerin studierte zunächst Ethnologie an der Universität Belgrad und später absolvierte sie Kunststudien an verschiedenen Münchner Schulen.

Kommendes Wochenende ist die Ausstellung in der Tankstelle am Freitag, 1. Oktober, von 17 bis 19 Uhr geöffnet, am Samstag, 2. Oktober, von zehn bis zwölf Uhr. Telefonisch kann man unter 0 170/34 700 80 auch andere Termine ausmachen.

© SZ vom 27.09.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB