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Neufahrn:Potenziale aufzeigen

Gemeinde gibt Energienutzungskonzept in Auftrag

Es soll ein großer Schritt in Richtung Energiewende werden: Der Neufahrner Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, mit staatlichen Zuschüssen einen kommunalen Energienutzungsplan in Auftrag zu geben. Dieser soll im gesamten Gemeindegebiet die vorhandene Infrastruktur analysieren, Potenziale aufzeigen und die weitere Entwicklung koordinieren. Ganz konkret geht es dabei um weitere Maßnahmen an gemeindeeigenen Gebäuden sowie um Anreize für Bürger, etwa zum Austausch von Ölheizungen oder Gebäudesanierung.

Das Konzept dafür soll ein Fachbüro ausarbeiten. Ziel ist es letztlich, mit einem Bündel an Maßnahmen den Bedarf an Strom und Wärme zu reduzieren und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Die Gemeinde selbst könnte dazu etwa mit weiteren energetischen Sanierungen, Photovoltaik-Anlagen, dem Ausbau des Fernwärmenetzes und der Erneuerung von Beleuchtungsanlagen beitragen, wie Simon Weichwald von der Rathausverwaltung erklärte.

Für viele Maßnahmen gebe es Fördermöglichkeiten, betonte Umweltreferent Frank Bandle (Grüne). Oft sei das aber gar nicht bekannt. Deshalb müsse man hier für Aufklärung sorgen. Letztlich gehe es darum, CO₂-frei zu werden, so Bandle, der dabei die aktuelle Klimaentwicklung im Blick hatte: 2020 werde weltweit gesehen wohl ein weiteres Temperatur-Rekordjahr - "das sechste in Folge", so der Umweltreferent, der von Beruf Meteorologe und Klimawissenschaftler ist.

Als "essenziell" bezeichnete auch Maximilian Heumann die Erstellung eines Energienutzungsplans. Es sei wichtig, dabei sowohl "das große Ganze" im Auge zu haben als auch "Mikrokonzepte" und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen: "Das ist die richtige Vorgehensweise." Ozan Iyibas (CSU) lobte ebenfalls die geplante Vorgehensweise: Bestandsaufnahme, Potenzialanalyse, Lösungsmöglichkeiten - "das ist richtig und wichtig".

Es gehe um eines der großen Themen der Gegenwart, stellte Manfred Holzer (Freie Wähler) fest. Er begrüßte es zudem, dass man dabei auch "regionale Wertschöpfungsketten" im Auge habe. Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) will das Ganze nun "so zeitnah wie möglich auf den Weg bringen" und bekam dafür einstimmige Rückendeckung.

© SZ vom 08.08.2020 / bg

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