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Neufahrn:Hallenanbau in Mintraching wird konkret

Der FC Mintraching überlegt, seine Sporthalle nach Süden hin zu erweitern. Machbar ist das, doch jetzt muss erst einmal untersucht werden, wie viel ein Anbau kosten würde.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der FC Mintraching lässt derzeit die Kosten für das Projekt untersuchen. Der Bedarf ist da, 270 der 417 Mitglieder trainieren in der Halle. Neben der Hoffnung auf mehr Platz steht der Wunsch, die Gaststätte mehr zu fördern

Die Gedankenspiele gibt es schon länger, nun werden sie konkreter: Der FC Mintraching überlegt, seine Halle zu erweitern. Ein neun Meter langer Anbau in Richtung Süden wäre vorstellbar, erklärte Vorsitzender Gökhan Tam in der Jahreshauptversammlung. Derzeit prüfe man die Kosten für ein solches Projekt.

Profitieren würden jedenfalls viele: Rund 270 der 417 Vereinsmitglieder sind Hallensportler. Allein die Abteilung Gesundheitssport - mittlerweile nach der Fußball-Abteilung die zweitgrößte - hat inzwischen mehr als 100 Mitglieder und zum Teil "massive Platzprobleme", wie Leiterin Petra Schmitt berichtete. Großen Zulauf hat auch die Tischtennis-Abteilung, für die Jochen Schmitt von einer auffallenden Entwicklung berichtete: Neue Interessenten sind in der Regel schon älter. "Eventuell verabschieden wir uns vom Jugendtraining und müssen mehr aufs Mittelalter gehen", überlegte er. Der FCM bietet neben Fußball, Gesundheitssport und Tischtennis auch noch Tennis, Damengymnastik, Herrengymnastik, Dart und Boccia an.

Speziell von den Fußballern wünscht sich der frühere Vorsitzende Reinhold Manhart mehr Unterstützung für die Wirtin der Vereinsgaststätte. "Die ignorieren das Sportheim total", klagte er. "Ich hab sie verdonnert, reinzugehen", versicherte Vorsitzender Tam, doch das müsse sich erst wieder entwickeln. Denn der frühere "harte Kern", der auch mal Karten gespielt habe und länger sitzen geblieben sei, "ist nicht mehr da". Das aktuelle Team sei ein "zusammengewürfelter Haufen" mit vielen auswärtigen Spielern. Er werde jedenfalls weiter an dem Thema dran bleiben. Ein anderes Problem der Gaststätte sollte sich, so die Hoffnung, erledigt haben: Nach mehreren Einbrüchen ist eine Alarmanlage eingebaut worden, und weil das System offenbar noch nicht ausreichte, wurde es noch einmal erweitert.

Finanziell hat sich der FC Mintraching vergangenes Jahr "tapfer geschlagen", wie Kassier Jochen Schmitt es ausdrückte. So bliebt unter dem Strich sogar ein leichtes Plus von knapp 1700 Euro. Die Einnahmen beliefen sich auf 81 000 Euro. Fast die Hälfte kam durch Beiträge in die Kasse. Zu den größten Posten bei den Ausgaben gehörten die Aufwandsentschädigungen für Trainer und Übungsleiter (13 500 Euro), Reparaturen und Instandsetzungen (16 500 Euro) sowie die Kosten für Heizung, Strom und Wasser (16 500).

Bei den Ehrungen für langjährige Mitglieder war Dieter Klein der "Spitzenreiter": Er ist seit 50 Jahren beim 1967 gegründeten FC Mintraching. Viele andere sind gerade erst beigetreten - speziell in die Gesundheitssportabteilung. Dass beim FCM das Miteinander zwischen Alteingesessenen und Neuzugezogenen besonders gut funktioniere, betonte Sportreferentin Manuela Auinger.

Schließlich ging man bei der Jahreshauptversammlung auch auf den aktuellen Aufreger ein, als Fans des FC Bayern München in Hoffenheim Schmähplakate gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp zeigten. FCB-Präsident Rummenigge hatte Hopp daraufhin demonstrativ umarmt, später wurde nur noch symbolisch weitergespielt. Neufahrns Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne), selbst seit vielen Jahren als Torwart aktiv, sprach darauf anspielend von einem "guten Zeichen beider Vereine". Zugleich richtete er einen Appell an die anwesenden Sportler: Der Vorfall habe deutlich gemacht, dass Vereine eine wichtige Rolle bei der Frage spielen, "ob die Gesellschaft verroht oder zusammenhält", so der Rathauschef.

© SZ vom 04.03.2020

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